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<title>Unendlicher Spaß</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Unendlicher Spaß</span></h1>
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<div id="mw-content-text" class="mw-body-content mw-content-ltr" lang="de" dir="ltr"><div class="mw-content-ltr mw-parser-output" lang="de" dir="ltr"><p><b>Unendlicher Spaß</b> (englischer Originaltitel: <i>Infinite Jest</i>) ist ein 1996 veröffentlichter Roman des US-amerikanischen Schriftstellers <a href="David_Foster_Wallace" title="David Foster Wallace">David Foster Wallace</a>. </p><p> Die deutsche Übersetzung von <a href="Ulrich_Blumenbach" title="Ulrich Blumenbach">Ulrich Blumenbach</a> erschien im Jahr 2009.
</p><p>Der Roman verwebt Handlungsstränge an einer Tennisakademie, in einem Drogenentzugsheim und aus dem Geheimdienstmilieu zu einer komplexen Erzählstruktur mit zahlreichen Haupt- und Nebenfiguren und deren Umgang mit Sucht und Abhängigkeiten. Die Handlung wird verbunden und vorangetrieben von der Suche nach dem Film <i>Unendlicher Spaß</i>, der seine Zuschauer derart fesselt, dass sie – mit lebensgefährdenden Folgen – zu keinen anderen Gedanken und Handlungen mehr fähig sind. Der Titel nimmt Bezug auf <a href="Shakespeare" class="mw-redirect" title="Shakespeare">Shakespeares</a> <i><a href="Hamlet" title="Hamlet">Hamlet</a></i>.<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p><i>Unendlicher Spaß</i> gilt als ein zentrales Werk der US-amerikanischen Literatur der 1990er Jahre<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-4" class="reference"><a href="#cite_note-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-5" class="reference"><a href="#cite_note-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> und wurde von <i><a href="Time" title="Time">Time</a></i> zu den 100 besten englischsprachigen Romanen gezählt.<sup id="cite_ref-6" class="reference"><a href="#cite_note-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>

<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Inhalt">Inhalt</h2></div>
<p>David Wallaces Roman besteht aus mehreren personell locker miteinander verbundenen Haupt- und Nebenhandlungen, die in einer – zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung 1996 – nahen Zukunft im nordamerikanischen Staatenbund O.N.A.N. spielen und sich thematisch auf den im Titel angedeuteten <a href="Hedonismus" title="Hedonismus">Hedonismus</a> der nordamerikanischen Gesellschaft mit den Folgen der <a href="Abh%C3%A4ngigkeit_(Medizin)" title="Abhängigkeit (Medizin)">Abhängigkeit</a> und des Freiheitsverlusts der Menschen beziehen.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="O.N.A.N.">O.N.A.N.</h3></div>
<p>Ausgangspunkt dieser Entwicklung ist die Wahl des Schlagersängers Johnny Gentle zum US-Präsidenten. Seine Versprechen, sich um die Müllprobleme des Landes zu kümmern, die Steuern nicht zu erhöhen, die Sündenböcke „jenseits der Grenzen unserer Gemeinschaft“ zu suchen<sup id="cite_ref-7" class="reference"><a href="#cite_note-7"><span class="cite-bracket">[</span>7<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> und die Entscheidungen für alle zu treffen, so dass die Menschen sich zurücklehnen und „die Show […] genießen“ können,<sup id="cite_ref-8" class="reference"><a href="#cite_note-8"><span class="cite-bracket">[</span>8<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> haben ihm zum Sieg verholfen. Eine seiner ersten Aktionen am „Tag der Interdependenz“ (8. November 2001) war der Zusammenschluss der <a href="Vereinigte_Staaten" title="Vereinigte Staaten">Vereinigten Staaten</a> mit <a href="Kanada" title="Kanada">Kanada</a> und <a href="Mexiko" title="Mexiko">Mexiko</a> zum Staatenbund O.N.A.N., der „Organisation Nordamerikanischer Nationen“, und in diesem Zusammenhang die sogenannte „Territoriale Rekonfiguration“ im Rahmen des „Experialismus“. D.&nbsp;h., die US-Gebiete nördlich Bostons wurden an Kanada abgegeben und nach der Umsiedlung der Bevölkerung als Mülldeponie „Great Concavity“ benutzt. Dabei wird der <a href="Giftm%C3%BCll" class="mw-redirect" title="Giftmüll">Giftmüll</a> von großen <a href="Katapult" title="Katapult">Katapulten</a> aus mit „Müllentsorgungsprojektilen“ ins Zielgebiet geschossen. Auch ihre verschmutzte Luft blasen die USA mit riesigen Ventilatoren in diese nun unbewohnbare Zone. Energieprobleme wiederum sind durch Erfindung der „Annularen Fusion“ behoben worden, zu deren Nebenwirkung allerdings <a href="Hypertrophie" title="Hypertrophie">hypertrophes Wachstum</a> von Pflanzen und Tieren gehört. Um die Staatseinnahmen zu erhöhen, verkauft die Regierung an zahlungskräftige Firmen das Recht, jeweils ein ganzes Jahr nach ihren Produkten zu benennen, was eine eigene Zeitrechnung ergibt: die „Sponsorenzeit“ (SZ).
</p><p>Die Haupthandlung spielt überwiegend im US-amerikanischen <a href="Boston" title="Boston">Boston</a> im „Jahr der Inkontinenz-Unterwäsche“, im 8. Jahr der SZ. Das entspricht dem Jahr 2009 der alten Zeitrechnung.<sup id="cite_ref-9" class="reference"><a href="#cite_note-9"><span class="cite-bracket">[</span>9<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="A.F.R.">A.F.R.</h3></div>
<p>Die Dominanz der USA und die Kanada übertragene Sondermüllzone erwecken den Widerstand <a href="Souver%C3%A4nit%C3%A4tsbewegung_in_Qu%C3%A9bec" title="Souveränitätsbewegung in Québec">Québecer Separatisten</a>. Eine Abspaltung dieser Bewegung sind die „Rollstuhl-Attentäter“, die „Assassins des Fauteuils Rollents“ (A.F.R.). Sie lehnen nicht nur die O.N.A.N. ab, sondern auch die Ideologie der amerikanischen Gesellschaft, die im Gegensatz zu den alten an den europäischen Traditionen orientierten Werten (Ehre, Disziplin, Loyalität einer größeren Einheit gegenüber) „weder eine Mannschaft noch ein Code, sondern eine Art saloppe Kreuzung aus Wünschen und Ängsten [ist], und der einzige öffentliche Konsensus […] besteht im anerkannten Vorrang direkten Strebens nach der oberflächlichen und kurzsichtigen Vorstellung persönlichen Glücks“.<sup id="cite_ref-10" class="reference"><a href="#cite_note-10"><span class="cite-bracket">[</span>10<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die fundamentalistischen Fanatiker der vor allem im ländlich-konservativen Québec lokalisierten A.F.R.<sup id="cite_ref-11" class="reference"><a href="#cite_note-11"><span class="cite-bracket">[</span>11<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> beharren rigide auf Prinzipien, die „der individuellen Lust, dem Wohlergehen, cui bono, oder der Unterhaltung der Sektenmitglieder so aktiv entgegenstehen, dass sie von den avanciertesten Wissenschaften ebenso wenig mehr erfasst werden können wie vom rudimentären gesunden Menschenverstand.“<sup id="cite_ref-12" class="reference"><a href="#cite_note-12"><span class="cite-bracket">[</span>12<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>In einer langen Diskussion mit dem B.S.S.-Geheimdienstagenten (Bureau des Sevices sans Spécificité) Hugh Steeply, die in Parallelführung die Haupthandlung begleitet, bezeichnet der Rollstuhl-Aktivist Remy Marathe das von Steeply gepriesene individuelle Persönlichkeitsmodell der USA mit Wahlmöglichkeiten als Theorie. Das System nutze nur den Stärkeren, die ihre Lüste auf Kosten der Schwächeren durchsetzen, und die USA ihre Interessen gegenüber Kanada, wie die Müll-Konvergenzzone beweise. Die zwanghaft konsumierten Spaßfilme würden zeigen, dass es keine echte Willens- und Wahlfreiheit gebe, sondern nur die Abhängigkeit. Als Beispiel nennt er den „schleichenden Versklavungsprozess“ in Boston. Die Versuche des Geheimdienstes, die „Disseminierung“ des Films zu verhindern, beweise seine Befürchtung, dass „so viele USA-ler […] keine aufgeklärte Wahl treffen“ können.<sup id="cite_ref-13" class="reference"><a href="#cite_note-13"><span class="cite-bracket">[</span>13<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die liberal-hedonistische Gesellschaft neige zur Selbstzerstörung und bringe ebenso selbstzerstörerische Gegentendenzen hervor, und an diesem Schwachpunkt wollen die A.F.R. die US-Gesellschaft treffen, indem sie als ultimative Waffe „die Unterhaltung“, d.&nbsp;h. den tödlichen, weil unwiderstehlichen Film „Unendlicher Spaß“, das letzte Werk des Regisseurs James O. Incandenza, verbreiten. Betrachter dieses Films werden augenblicklich süchtig danach, wollen nichts anderes mehr als ihn immer wieder sehen, vergessen Essen, Trinken und Schlaf und sind – so sie noch lebend gefunden werden – unwiderruflich in den Geisteszustand eines Kleinkinds versetzt. Einzelne aufgetauchte Kopien des Films haben für die Zuschauer tödlichen Folgen. Die A.F.R. suchen, teils mit Foltermethoden, das <a href="Masterband" class="mw-redirect" title="Masterband">Masterband</a>, um den Film ins Fernsehnetz einzuspeisen und das Land mit Kopien zu überschwemmen. Als Gegenmaßnahme sucht der US-Geheimdienst ebenfalls nach der Masterkassette, um die Verbreitung des Films zu verhindern. Ob es diesen alle Betrachter in seinen Bann ziehenden Incandenza-Vergnügungssucht-Film überhaupt gibt und wie der Kampf ausgeht, bleibt im Roman offen. Auch über den eigentliche Inhalt des Films gibt es nur Gerüchte.
</p><p>Die Geheimdienst-Agenten und die Terroristen versuchen durch Recherchen bei der Familie des Regisseurs und bei seiner Schauspielerin Joelle die Masterkassette zu finden und so verbinden sich ihre Aktivitäten mit den Handlungssträngen der E.T.A., der Incandenza-Familie und des Ennet-Hauses.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="E.T.A.">E.T.A.</h3></div>
<p>Der zentrale Handlungsort des Romans ist die elitäre „Enfield Tennis Academy“ (E.T.A.), ein <a href="Internat" title="Internat">Internat</a> auf einem Hügel nahe der fiktiven Stadt Enfield bei Boston,<sup id="cite_ref-14" class="reference"><a href="#cite_note-14"><span class="cite-bracket">[</span>14<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> bestehend aus mehreren Gebäuden und Tennisanlagen, unterirdisch verbunden durch ein System aus Gängen und Räumen. Hier werden Jugendliche zu künftigen Tennisprofis gedrillt. Durch laufend neu errechnete Ranglisten stehen sie unter ständigem Erfolgsdruck und viele Schüler konsumieren verbotene Substanzen. Einer der besten Spieler ist der introvertierte, aber sprachlich hochbegabte 17-jährige Harold (Hal) Incandenza, eine der beiden Hauptfiguren des Romans. Er ist der jüngste Sohn des Erfinders, Filmregisseurs und E.T.A-Gründers James O. Incandenza. Nach dessen Suizid leitet seine Witwe Avril gemeinsam mit ihrem Adoptivbruder Charles Tavis die Academy. Auch Avrils zweiter Sohn Mario, körperlich schwer beeinträchtigt, wohnt in der E.T.A. und filmt die Aktivitäten der Spieler, während Orin, der älteste der drei Brüder, als <a href="American_Football" title="American Football">Football-</a>Profi in <a href="Arizona" title="Arizona">Arizona</a> lebt und den Kontakt zu den Eltern abgebrochen hat.
</p><p>Gerhardt Schtitt, sportlicher Leiter der E.T.A., hat mit James Incandenza das pädagogische Konzept der Akademie entwickelt. Der Zweikampf gelte, wie er Mario erklärt, nicht dem Gegner, sondern sich selbst, um die eigenen Grenzen zu erfahren und zu durchbrechen, sich zu transzendieren. Das Spiel sei „tragisch, traurig, chaotisch und herrlich. So ist das ganze Leben für Bürger der <a href="Conditio_humana" title="Conditio humana">Condition humaine</a>: Die treibenden Grenzen liegen im Inneren und müssen wieder und wieder getötet und betrauert werden“.<sup id="cite_ref-15" class="reference"><a href="#cite_note-15"><span class="cite-bracket">[</span>15<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die Schüler sollten beim Spiel die ganze Umgebung vergessen. Man versuche, „den Besten, das Gefühl einzuschärfen, dass es nie darum gehe[-], gesehen zu werden.“<sup id="cite_ref-16" class="reference"><a href="#cite_note-16"><span class="cite-bracket">[</span>16<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die E.T.A.-Leitung wolle die zukünftigen Tennisprofis vor den Medien schützen und damit vor dem Einfluss der Öffentlichkeit auf ihre Persönlichkeitsentwicklung, um sie vor Erfolg- und Misserfolgserlebnissen zu stabilisieren. So würden sie nicht zu Sklaven der Unterhaltungswelt und könnten ihre Autonomie bewahren. Mit dem Druck der Akademie sollen die Jugendlichen „feuergefestigt“ werden, um dem späteren Siegesdruck standzuhalten.
</p><p>Doch die Realität des Trainingsdrills, der auf Perfektionierung und Automatisierung der Bewegungsabläufe zielt, und der ständige Erfolgsdruck durch laufend aktualisierte Ranglisten führt bei vielen Jugendliche zu Frustration und, trotz strengem Verbot, zum Drogenkonsum. Der Schüler Mike Pemulis organisiert den Handel und manipuliert die Urinproben der Spieler. Nur wenige erreichen das Ziel künftiger erfolgreicher Tennisprofis in großen nationalen Turnieren. Zu den Opfern gehören auch die beiden Incandenza-Söhne, v.&nbsp;a. der zunehmend an Angstzuständen und Panikattacken leidende schüchterne Hal: „[I]ch hab diese […] Angst, sieben oder acht Jahre lang seh ich Tag für Tag Elend, Tag für Tag erstrecken sich vor einem Müdigkeit, Stress und Leiden, und wofür das alles, für die Chance auf eine […] Profikarriere, da krieg ich doch Angst, weil ich mir sage, eine Karriere in der Show läuft auf noch mehr Leiden hinaus, wenn ich skeletttechnisch schon unter einer solchen Belastung stehe von den ganzen Strapazen hier, bevor ich da überhaupt hinkomme.“<sup id="cite_ref-17" class="reference"><a href="#cite_note-17"><span class="cite-bracket">[</span>17<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Der Konkurrenzkampf unter den Tennis-Schülern verhindert ein echtes Gemeinschaftsgefühl und führt zu „existentieller Individualität“, Einsamkeit und bei Hal am Ende seiner Entwicklung (erstes Kapitel) zu Depressionen und zum physisch-psychischen Zusammenbruch.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Ennet-House">Ennet-House</h3></div>
<p>Die Gegenwelt der Academy, der zweite Hauptschauplatz des Romans, liegt am Fuße des Hügels: das <a href="Drogentherapie" title="Drogentherapie">Rehabilitationsheim für Drogengefährdete</a> „Ennet House Drug and Alcohol Recovery House“. Es ist umgeben von einer vermüllten Gegend mit Bettlern, Taschendieben und Drogenabhängigen vor den Luxusgeschäften. Das Ennet-Haus nimmt nur ehemalige <a href="Abh%C3%A4ngigkeit_(Medizin)" title="Abhängigkeit (Medizin)">Suchtkranke</a> nach ihrem Entzug auf. Auf das Einhalten strikter Verhaltensregeln achtet der Betreuer Donald (Don) Gately, neben Hal der zweite Protagonist. Eine wesentliche Aufgabe besteht darin, seine Schützlinge zur Stabilisierung zu täglichen Treffen der <a href="Anonyme_Alkoholiker" title="Anonyme Alkoholiker">Anonymen Alkoholiker</a> zu begleiten, wo sie die vielen Drogengeschichten der Teilnehmer anhören, an ihnen ihre eigene Leidenszeit erkennen und in der Gemeinschaft ihre Kraft für den Widerstand gegen einen Rückfall aufladen. Gately war von Kindheit an drogenabhängig und wurde kriminell, um seine Sucht zu finanzieren. Er hat mit Hilfe der Anonymen Alkoholiker den Entzug geschafft und tut alles, um die ihm anvertrauten Heimbewohner vor der Außenwelt zu schützen und setzt sogar sein Leben für sie ein. Aus eigener Erfahrung weiß er, dass die Rückfallgefahr sehr groß ist, dass es keine eigentliche Heilung von der Sucht gibt und dass das Überleben einen täglichen Abwehrkampf gegen das Verlangen nach Drogen erfordert.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="„Unterhaltung“"><span id=".E2.80.9EUnterhaltung.E2.80.9C"></span>„Unterhaltung“</h3></div>
<p>Die verschiedenen Handlungsstränge haben ihren Ausgang bei Dr. James Orin Incandenza Jr.: in seiner Jugend Tennisspieler, lebenslanger Alkoholiker, Wissenschaftler auf dem Gebiet der optischen Physik, Erfinder von neutronenstreuenden Reflektoren für thermostrategische Waffensysteme und Entdeckungen, die „die kalte Annularfusion“ und die nahezu autarke Energieversorgung der USA und ihrer Verbündeten ermöglichten, Gründer der E.T.A., Filmregisseur, Suizid mit 54 Jahren im 3. Jahr der SZ., dem Jahr der Dove-Probepackung, indem er seinen Kopf in einem Mikrowellengerät verkohlt.<sup id="cite_ref-18" class="reference"><a href="#cite_note-18"><span class="cite-bracket">[</span>18<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Als Übervater („Er selbst“, der „verrückte Storch“) lebt er im Gedächtnis seiner Söhne und der Protagonistin seiner späten Film-Produktionen Joelle. Hal schaut sich immer wieder die Filme Incandenzas an, analysiert sie und exhumiert<sup id="cite_ref-19" class="reference"><a href="#cite_note-19"><span class="cite-bracket">[</span>19<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> vermutlich in der Phase seiner zunehmenden Depression, während des im Roman ausgeblendeten „Jahres des Glad-Müllsacks“ (9. Jahr der SZ), zusammen mit Gately den Schädel seines Vaters.
</p><p>Joelle van Dynes Entwicklung führt sie nach einem Suizid-Versuch und dem Drogen-Entzug ins Ennet-Haus, wo sie sich mit Gately befreundet: Als Cheerleader-Tambourstabschwingerin zu schön, um von den Kommilitonen umworben zu werden, ist sie für Orin das schönste Mädchen aller Zeiten, (S.C.H.M.A.Z.), wegen ihr wechselt er vom Tennis zum Football, durch seine Vermittlung wird sie Incandenzas kongeniale Filmschauspielerin und, ohne körperliche Beziehung, die „optische Geliebte“ ihres „wahren Herzensfreund[es]“. Orin trennt sich aus Eifersucht von ihr, kann aber keine Liebesbeziehung mehr aufbauen, vereinsamt und wechselt ständig die „Subjekte“ genannten Partnerinnen.
</p><p>Wie der Regisseur sieht Joelle keinen Sinn im Vergnügungsbetrieb, der in Incandenzas Filmen parodiert wird. Einen letzten kleinen Auftritt hat sie im Filmprojekt „Unterhaltung“, nach dessen Masterpatrone die rivalisierenden Agenten suchen. Nach dem Tod des Regisseurs trauert sie um ihn, wird zunehmend drogenabhängig und tritt in nächtlichen Radiosendungen als „Madame Psychosis“ auf. Sie bedeckt ihr Gesicht mit einem Leinenschleier und tritt der 1940 in London gegründeten „Liga der Absolut Rüde Verunstalteten und Entstellten“ (L.A.R.V.E.) bei. Gerüchten zufolge ist ihre Wange durch eine Säure verätzt. Sie selbst äußert sich dazu nicht und begründet den Schleier mit ihrer psychischen Situation: „Ich bin vor Schönheit entstellt“.<sup id="cite_ref-20" class="reference"><a href="#cite_note-20"><span class="cite-bracket">[</span>20<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Daraus entsteht ein weiteres Problem. Sie schäme sich „der Tatsache, dass [sie sich] vor den Blicken verstecken [möchte]“, sie schäme sich ihres „unkontrollierbaren Verlangens nach Schatten. Die erste Stufe bei der L.A.R.V.E. [sei] das Eingeständnis der Machtlosigkeit angesichts des Bedürfnisses, sich zu verstecken“.<sup id="cite_ref-21" class="reference"><a href="#cite_note-21"><span class="cite-bracket">[</span>21<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Figuren">Figuren</h2></div>
<p>Zu Beginn des Romans steht <b>Hal Incandenza</b> im Mittelpunkt. Er ist zweitbester Tennisspieler der E.T.A., schreibt hervorragende Aufsätze, kann den <a href="Oxford_English_Dictionary" title="Oxford English Dictionary">Oxford English Dictionary</a> auswendig und raucht heimlich <a href="Marihuana" title="Marihuana">Marihuana</a> in den Gängen unter dem Internat. Im Laufe der Handlung zieht sich Hal immer mehr in sich selbst zurück, leidet unter <a href="Antriebsst%C3%B6rung" title="Antriebsstörung">Antriebslosigkeit</a> und beginnenden <a href="Depression" title="Depression">Depressionen</a> und verliert zunehmend seine Fähigkeit zu kommunizieren. Am Ende dieser Entwicklung – beschrieben im ersten Kapitel – stehen der körperliche und psychische Zusammenbruch Hals und seine Einlieferung in ein Krankenhaus.
</p><p><b>Don Gately</b> ist neben Hal Incandenza die zweite Hauptfigur des Romans. Gately ist angestellt im Ennet House. Seine Vergangenheit ist von Drogenmissbrauch einschließlich der legalen Droge Alkohol geprägt. Sein prägnantestes Charaktermerkmal ist seine schier grenzenlose Gutmütigkeit.
</p><p>Auch das Ende des Romans spielt in einem Krankenhaus: Hier liegt der bei einer Schießerei lebensgefährlich verletzte Don Gately. Obwohl er große Schmerzen leidet, lehnt er Medikamente ab, um einen Rückfall in seine frühere <a href="Abh%C3%A4ngigkeit_(Medizin)" title="Abhängigkeit (Medizin)">Drogenabhängigkeit</a> zu verhindern.
</p><p>Im Laufe der beschriebenen Handlung haben Hal und Gately zwar keinen Kontakt, es gibt aber Hinweise (durch Hal im ersten und durch Gately im letzten Kapitel), dass die beiden gemeinsam, außerhalb der beschriebenen Handlung, versuchen, ein Mittel gegen die Wirkung des Films zu finden. Um diese beiden Protagonisten ist ein dichtes Netz gesponnen aus zahlreichen, teils sehr detailreich geschilderten Nebenfiguren, die auch untereinander in Beziehung stehen:
</p><p>Rund um die E.T.A. und die Incandenza-Familie:
</p>
<ul><li>James O. Incandenza. <a href="Alkoholkrankheit" title="Alkoholkrankheit">Alkoholkranker</a> Gründer der E.T.A., <a href="Filmregisseur" title="Filmregisseur">Filmregisseur</a> und Erfinder auf dem Gebiet der <a href="Optik" title="Optik">Optik</a>. Als Kind litt er unter einem tyrannischen Vater und einer passiven Mutter. Seine experimentellen Filme veröffentlicht er in seiner Produktionsfirma „Poor Yorick Entertainment“. Während der Fertigstellung seiner vermutlich fünften Version von <i>Unendlicher Spaß</i> steckt er seinen Kopf in eine umgebaute Mikrowelle und begeht Selbstmord. Als Geist nimmt er später mit einigen der Figuren Kontakt auf.</li>
<li>Avril Incandenza. Die als sehr attraktiv beschriebene Dekanin der E.T.A stammt aus Québec und war dem verstorbenen James O. Incandenza offenbar immer wieder untreu. Ihr Verhältnis zu ihrem Halbbruder Charles Tavis ist unklar. Von den drei Incandenza-Brüdern wird ihre dominante Mutter nur „die Moms“ genannt. Sie erträgt keine geschlossenen Türen, keine Unsauberkeit und keine unkorrekte Grammatik.</li>
<li>Mario Incandenza. Der mittlere der Incandenza-Brüder hat einen übergroßen Kopf und zu kleine Gliedmaßen, er kann nur mit Hilfe einer stützenden Metallstange aufrecht stehen. Mario war Assistent bei den Filmprojekten seines Vaters und dreht nun selbst Filme, mit Hilfe einer speziell für ihn gefertigten Helmkamera. Er sagt stets die Wahrheit und hat großes Einfühlungsvermögen.</li>
<li>Orin Incandenza. Der älteste der Brüder war als Tennisspieler mäßig erfolgreich, aber das Beherrschen eines perfekten Weitschusses hat ihm eine Karriere im <a href="American_Football" title="American Football">Football</a> eröffnet. Orin ist besessen vom Erobern stets neuer Frauen. Eine längere Beziehung hatte er nur mit Joelle van Dyne. Möglicherweise ist er der anonyme Versender des Films.</li>
<li>Charles Tavis. Nach dem Tod ihres Mannes holt ihn Avril als neuen Leiter an die Spitze der E.T.A. Er ist Hals und Orins Onkel, möglicherweise Marios Vater.</li>
<li>Michael Pemulis. Hals bester Freund an der Akademie, ein Mathe-Genie und <a href="Drogenhandel" title="Drogenhandel">Drogendealer</a>. Er ist Meister des Eschaton, eines computerunterstützten <a href="Strategiespiel" title="Strategiespiel">Strategiespiels</a>, bei dem die Schüler einen <a href="Atomkrieg" title="Atomkrieg">Atomkrieg</a> simulieren.</li>
<li>John Wayne. Er ist der beste Spieler der Tennisakademie. Auch er stammt aus Québec und hat ein Verhältnis mit Avril.</li>
<li>Ortho Stice. Ebenfalls ein sehr guter Tennisschüler und ein Freund Hals. Ihm erscheint der Geist des E.T.A.-Gründers.</li>
<li>Lyle. Er ist eine Art Guru und Lebensberater, der im Fitnessraum der Academy lebt und sich buchstäblich vom Schweiß der Schüler ernährt.</li></ul>
<p>Rund um Ennet House und die Drogenszene:
</p>
<ul><li>Joelle van Dyne. Nach einer <a href="Vergiftung" title="Vergiftung">Überdosis</a> zieht sie im Heim ein und fühlt sich Don Gately verbunden. Sie war als „Madame Psychosis“ Radiomoderatorin und trägt als Mitglied der L.A.R.V.E., der „Liga der Absolut Rüde Verunstalteten und Entstellten“, stets einen Gesichtsschleier. Es bleibt unklar, ob sie tatsächlich durch Säure verunstaltet ist oder so schön, dass sie ihr Gesicht verbirgt, um nicht auf ihr Äußeres reduziert zu werden. Joelle ist die mutmaßliche Hauptdarstellerin von <i>Unendlicher Spaß</i>, sie kennt den Inhalt des Films allerdings nicht.</li>
<li>Kate Gompert. Die Insassin steht wegen <a href="Suizidalit%C3%A4t" title="Suizidalität">Suizidgefahr</a> unter Dauerbeobachtung. Sie leidet an einer klinischen <a href="Depression" title="Depression">Depression</a>, ihr Schmerz wird im Roman eindrücklich beschrieben.</li>
<li>Randy Lenz. Der Bewohner hat <a href="Zwangsst%C3%B6rung" title="Zwangsstörung">Zwangsstörungen</a>, kann zum Beispiel auf keine Uhr sehen und versucht, stets „nördlich“ zu gehen. Um ein Gefühl der Machtlosigkeit zu überwinden, quält und tötet er auf nächtlichen Streifzügen Ratten, Katzen und Hunde. Als er den Hund einer frankokanadischen Gruppe tötet, löst das einen Ausbruch der Gewalt aus, bei dem Gately angeschossen wird.</li></ul>
<p>Rund um die Separatisten und den US-Geheimdienst:
</p>
<ul><li>Hugh Steeply. Der US-Geheimagent gibt sich, als Frau verkleidet, als Reporterin eines Magazins aus, um von Orin und Hal zu erfahren, wo das Masterband des Films ist.</li>
<li>Rodney Tine, Chef des U.S.B.U.D., des „US-Büros für Unspezifizierte Dienste“, einer Art Super-Geheimdienstes. Er ist einflussreicher Berater der Präsidenten.</li>
<li>Johnny Gentle, Präsident der USA und der O.N.A.N. Der ehemalige <a href="Schlager" title="Schlager">Schlagersänger</a>, ein Sauberkeitsfanatiker mit <a href="Zwangsst%C3%B6rung" title="Zwangsstörung">Waschzwang</a>. Wahlversprechen seiner S.U.S.A.P. („Saubere USA-Partei“) waren die Beseitigung der <a href="Umweltverschmutzung" title="Umweltverschmutzung">Umweltverschmutzung</a> aus den USA (daher die Gebietsabtretung an Kanada) und keine Steuererhöhungen (daher die „Sponsorenzeit“).</li>
<li>Remy Marathe, ein im Rollstuhl sitzendes Mitglied der A.F.R., der ebenfalls den Film sucht und vor Folter und Mord nicht zurückschreckt. Marathe ist als <a href="Doppelagent" title="Doppelagent">Doppelagent</a> auch für den US-Geheimdienst tätig – eigentlich als „Quadrupelagent“, weil die A.F.R. um seinen Verrat wissen, aber gleichzeitig das U.S.B.U.D. weiß, dass die A.F.R. dies wissen.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Form">Form</h2></div>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Aufbau">Aufbau</h3></div>
<p>Die Struktur des Romans zeigt Sprünge in Handlungssträngen, Handlungsorten, im chronologischen Ablauf und in den <a href="Erz%C3%A4hlperspektive" title="Erzählperspektive">Erzählperspektiven</a>. Zusätzlich führen mehrere hundert, teils seitenlange Endnoten immer wieder außerhalb des Haupttextes. Die 28 Kapitel sind jeweils mit einem schattierten Kreissymbol gekennzeichnet und mit einer Datums-, manchmal auch Ortsangabe versehen. Innerhalb mancher Kapitel sind zusätzlich einzelne Abschnitte mit Datumsangaben gekennzeichnet.
</p><p>Laut Stephen J. Burn steht hinter verwirrenden Erzählsträngen und zerstreuter Chronologie eine methodisch ausgearbeitete Struktur des Textes. Die Protagonisten spiegeln einander demnach systematisch, in den zwar nicht chronologisch geordneten, aber durch Datumsangaben zuordenbaren Zeitabschnitten: Zum Beispiel seien jene Tage in Hals Biografie, die auf zunehmende Drogenabhängigkeit und immer schlechteren psychischen Zustand hinweisen, gleichzeitig jene Tage, an denen Gately von seiner Sucht loskommt und zum starken Charakter wird. Nebenhandlungen wiederum könnten, miteinander kombiniert, Stück für Stück die verschlungenen Wege des Films erklären.<sup id="cite_ref-22" class="reference"><a href="#cite_note-22"><span class="cite-bracket">[</span>22<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Marshall Boswell bezeichnet die Struktur des Romans als „zirkulär“: Die zeitlichen Ebenen gehen chronologisch einmal nach vorne, dann wieder nach hinten. Das letzte Kapitel, das zeitlich vor dem ersten liegt und sich ganz in den Gedanken Gatelys abspielt, ohne Lösung der Konflikte und offenen Fragen der Handlung, sei eine <a href="Antiklimax" class="mw-redirect" title="Antiklimax">Antiklimax</a>. Die Hunderte von Fußnoten, die ein dauerndes Hin- und Herspringen im Buch erfordern, seien ein <a href="Metafiktion" title="Metafiktion">metafiktionales</a> Werkzeug, mit dem Wallace deutlich mache, dass die Welt im Text nur eine vermittelte Welt sei. Der Roman sei – Boswell zitiert Wallace – bewusst schwierig, um sich das Vergnügen daran erarbeiten zu müssen.<sup id="cite_ref-23" class="reference"><a href="#cite_note-23"><span class="cite-bracket">[</span>23<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Laut Greg Carlisle ist der Roman wie ein <a href="Sierpinski-Dreieck" title="Sierpinski-Dreieck">Sierpinski-Dreieck</a> gebaut, mit Hauptsträngen, die sich immerfort weiter in kleinere Einheiten/Nebenstränge teilen lassen. Carlisle unterscheidet sechs Abschnitte im Roman, mit stetig länger werdenden Kapiteln. Dabei beruft er sich auf eine Aussage des Autors in einem Radio-Interview.<sup id="cite_ref-24" class="reference"><a href="#cite_note-24"><span class="cite-bracket">[</span>24<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<ol><li>Kapitel 1–15, 179 Seiten (englische Ausgabe). Hier werden in schnellen Passagen immer neue Handlungsstränge, Personen, Orte und Motive eingeführt. Ob und wie sie zusammenhängen, bleibt unklar.</li>
<li>Kapitel 16–21, 141 Seiten. Die Personen werden näher charakterisiert. Mögliche Verbindungen zwischen den Handlungssträngen zeichnen sich ab.</li>
<li>Kapitel 22–24, 169 Seiten. Die Zusammenhänge zwischen Personen und Handlungssträngen werden deutlich.</li>
<li>Kapitel 25–26, 131 Seiten. Die dramaturgische Spannung steigt und läuft auf mögliche Höhepunkte zu.</li>
<li>Kapitel 27, 189 Seiten. Einzelereignisse werden beschrieben, es gibt aber keine Weiterentwicklung der Handlung.</li>
<li>Kapitel 28, 173 Seiten. Mögliche Erklärungen für die bisherige Handlung werden geboten. Wesentliche Fragen (Was passiert mit Hal? Überlebt Gately? Was ist mit dem Film?) bleiben aber offen oder sind mehrdeutig beantwortbar. Die Spannung wird nicht gelöst.<sup id="cite_ref-25" class="reference"><a href="#cite_note-25"><span class="cite-bracket">[</span>25<span class="cite-bracket">]</span></a></sup></li></ol>
<p>David Hering schreibt von einer „gebrochenen Form“ und einem „fragmentierten Ordnungsprinzip“ in der Erzählstruktur, bei der die Erwartungshaltung für das Erkennen von Zusammenhängen systematisch enttäuscht werde. So reiche der Zeitrahmen von den 1960er Jahren bis ins frühe 21. Jahrhundert, werde aber nicht linear erzählt. Auch Hering hebt hervor, dass am Beginn des Romans kurze, bruchstückhafte und scheinbar unzusammenhängende Szenen stehen, auf die im weiteren Verlauf der Handlung zurückgegriffen wird und die mit immer mehr Informationen über Haupt- und Nebenpersonen „angereichert“ werden. So wird manchmal erst nach einigen hundert Seiten klar, wie sich einzelne Handlungsstränge einordnen lassen und welche Auswirkungen Nebenhandlungen aufs Ganze haben. Zusätzlich unterbrechen die Endnoten den Lesefluss immer wieder, sie enthalten zum Teil aber wesentliche Informationen zur Handlung.<sup id="cite_ref-26" class="reference"><a href="#cite_note-26"><span class="cite-bracket">[</span>26<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>James Jason Walsh verweist auf eine dreigeteilte Struktur, die sich durch deutlich unterschiedliche Sprach- und Schreibstile in den Handlungssträngen kennzeichne. Die Teile um die Tennisakademie E.T.A. seien „postmodern, ironisch oder avant-gardistisch“ im Stil, die Teile um das Drogen-Rehabilitationsheim Ennet House charakterisiert er als „linear, realistisch und ehrlich“ und die Abschnitte im Geheimdienst-/Terroristenmilieu würden zwischen realistisch und ironisch wechseln und damit die beiden anderen Teile zu einer gemeinsamen Romanstruktur verbinden.<sup id="cite_ref-27" class="reference"><a href="#cite_note-27"><span class="cite-bracket">[</span>27<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Stefano Budicin sieht im Aufbau des Romans das Konzept der sog. <a href="Stagnation" title="Stagnation">Stasis</a>, einer Art Stillstand oder Handlungsblockade, die in der Handlung mehrfach thematisiert wird, umfassend verwirklicht. Durch die fehlende Auflösung wesentlicher Fragen am Ende des sehr langen Textes erfahre man ähnliche Gefühle von Frustration und Machtlosigkeit, wie sie die Hauptfiguren im Roman erleiden. Die Suche nach Antworten zwinge beinahe dazu, mit dem Lesen noch einmal von vorne zu beginnen: mit dem ersten Kapitel, das chronologisch das letzte Ereignis des Romans beschreibt.<sup id="cite_ref-28" class="reference"><a href="#cite_note-28"><span class="cite-bracket">[</span>28<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Sprache_und_Stilmittel">Sprache und Stilmittel</h3></div>
<p>Zu den auffälligsten Eigenheiten des Textes gehört der Einsatz der insgesamt 388 <a href="Endnote" title="Endnote">Endnoten</a>, die sich in der deutschen Ausgabe über 134 Seiten erstrecken, im englischen Original über 98 Seiten. Einige davon haben erhebliche Länge, wie eine 12 Seiten umfassende <a href="Filmografie" title="Filmografie">Filmografie</a> der Werke James O. Incandenzas, oder verfügen selbst wiederum über Endnoten. Sie enthalten zum Teil nur Zusatzinformationen wie etwa Herstellerangaben zu im Text erwähnten Medikamenten, zum Teil aber wesentliche Bestandteile der Erzählung, wie Informationen über die kanadischen Separatisten oder über Orin, den ältesten der Incandenza-Brüder, mit Verweisen auf Elemente der Haupthandlung, die ohne diese Angaben unverständlich bleiben. Laut Marshall Boswell dienen die Endnoten für den Autor als <a href="Metafiktion" title="Metafiktion">metafiktionales</a> Werkzeug mit dem Zweck, das <a href="Erz%C3%A4hlung" title="Erzählung">Narrativ</a> zu unterbrechen und deutlich zu machen, dass es sich beim Buch um ein <a href="Konstrukt" title="Konstrukt">Konstrukt</a> handelt, um eine vermittelte Welt.<sup id="cite_ref-29" class="reference"><a href="#cite_note-29"><span class="cite-bracket">[</span>29<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Fuß- und Endnoten verwendet Wallace auch in anderen seiner Texte, das sei „fast so wie eine zweite Stimme im Kopf zu haben“ wird Wallace von D. T. Max zitiert.<sup id="cite_ref-30" class="reference"><a href="#cite_note-30"><span class="cite-bracket">[</span>30<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Zu den weiteren Auffälligkeiten gehört, dass der Satzbau in einzelnen Abschnitten des Textes ungewöhnlich komplex ist, mit langen, verschachtelten Sätzen oder auch mit falscher Wortstellung in Passagen, in denen Franko-Kanadier Englisch bzw. in der Übersetzung Deutsch benutzen. Die <a href="Syntax" title="Syntax">Syntax</a> des Romans gehe an die Grenzen der Lesbarkeit, schreibt Simon de Bourcier, vor allem bei der Beschreibung psychologischer und emotionaler Zustände. Der Satzbau <a href="Korrelation" title="Korrelation">korreliere</a> dabei mit dem Inhalt: lange, komplexe Sätze würden in Zusammenhang mit dem Motiv Abhängigkeit/Sucht verwendet, während einfacher Satzbau auf authentische Gefühle hinweise, etwa in Verbindung mit Genesung von Abhängigkeiten, Nüchternheit, Ernsthaftigkeit und <a href="Empathie" title="Empathie">Empathie</a>.<sup id="cite_ref-31" class="reference"><a href="#cite_note-31"><span class="cite-bracket">[</span>31<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Wallace verwendet zahlreiche medizinische und <a href="Pharmakologie" title="Pharmakologie">pharmakologische</a> Fachbegriffe und Fremdwörter, die teilweise bewusst falsch eingesetzt werden. Guido Graf schreibt hierzu, dass der Roman von Menschen bevölkert werde, die Fachvokabular nicht richtig aussprechen können oder falsch verwenden, im Sinne von <a href="Malapropismus" title="Malapropismus">Malapropismen</a>.<sup id="cite_ref-32" class="reference"><a href="#cite_note-32"><span class="cite-bracket">[</span>32<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Laut Übersetzer <a href="Ulrich_Blumenbach" title="Ulrich Blumenbach">Ulrich Blumenbach</a> seien Wortdreher oder Verwechslungen wie „ein Exempel konstatieren“<sup id="cite_ref-33" class="reference"><a href="#cite_note-33"><span class="cite-bracket">[</span>33<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> von Wallace eingesetzt worden, „weil seine Verlierer genau so sprechen mussten.“<sup id="cite_ref-34" class="reference"><a href="#cite_note-34"><span class="cite-bracket">[</span>34<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Dazu kommt die Verwendung verschiedenster <a href="Dialekt" title="Dialekt">Dialekte</a> und <a href="Idiolekt" title="Idiolekt">Idiolekte</a>: für Alex Rühle hat jede Figur „ihren eigenen Tonfall, ihr eigenes Vokabular: Afroamerikanische Schimpfkaskaden, Stümmel-Irisch, spitzmündige Harvard-Uppest-Class-Dialoge, breiter Westküstenslang…“<sup id="cite_ref-35" class="reference"><a href="#cite_note-35"><span class="cite-bracket">[</span>35<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Wallace setzt zahlreiche Abkürzungen und Akronyme (O.N.A.N., L.A.R.V.E., SCH.M.A.Z etc.) ein und schafft im Roman neue Wörter, die bisher in der englischen Sprache nicht vorkamen.<sup id="cite_ref-36" class="reference"><a href="#cite_note-36"><span class="cite-bracket">[</span>36<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> In der deutschen Ausgabe werden diese vom Übersetzer Ulrich Blumenbach ebenfalls in Neuschöpfungen („lokomotivischer Lärm“) übertragen. Auch <a href="Onomatopoesie" title="Onomatopoesie">Lautmalerei</a> nutzt Wallace, wie beim Öffnen einer Getränkedose („SPFFT“) oder beim Trinken („GLUCKGLUCKGAAAH“).<sup id="cite_ref-37" class="reference"><a href="#cite_note-37"><span class="cite-bracket">[</span>37<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Interpretation">Interpretation</h2></div>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Zeitrechnung">Zeitrechnung</h3></div>
<p>Die Handlung wird nicht chronologisch erzählt, fast alle Kapitel sind mit Datumsangaben einer alternativen Zeitrechnung betitelt. In dieser „Sponsorenzeit“ zahlen Konzerne für die Benennung eines Jahres zu Werbezwecken – diese werden etwa zum „Jahr des <a href="Burger_King" title="Burger King">Whoppers</a>“ oder zum „Jahr des Glad-Müllsacks“. Damit verbunden ist auch das Ausstatten der <a href="Freiheitsstatue" title="Freiheitsstatue">Freiheitsstatue</a> mit überdimensionalen Versionen der beworbenen Produkte.<sup id="cite_ref-38" class="reference"><a href="#cite_note-38"><span class="cite-bracket">[</span>38<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Der Großteil der Handlung spielt im „Jahr der <a href="Harninkontinenz" title="Harninkontinenz">Inkontinenz</a>-Unterwäsche“. Dieses müsste, ableitbar aus Endnoten und aus der Reihe der Jahresbezeichnungen, dem Jahr 2009 entsprechen.<sup id="cite_ref-39" class="reference"><a href="#cite_note-39"><span class="cite-bracket">[</span>39<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Jahre vor Einführung der „Sponsorenzeit“ sind mit dem Zusatz „v.SZ“ versehen.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Themen_und_Motive">Themen und Motive</h3></div>
<p>Wallace entfaltet vor dem Hintergrund der Handlung eine Fülle von in unterschiedlichen Zusammenhängen wiederkehrenden Motiven.<sup id="cite_ref-40" class="reference"><a href="#cite_note-40"><span class="cite-bracket">[</span>40<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> So geht es um körperliche und psychische Abhängigkeiten<sup id="cite_ref-41" class="reference"><a href="#cite_note-41"><span class="cite-bracket">[</span>41<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> wie die von <a href="Abh%C3%A4ngigkeit_von_psychoaktiven_Substanzen" title="Abhängigkeit von psychoaktiven Substanzen">Drogen</a> bei den Insassen von Ennet House, den Schülern der E.T.A. und den <a href="Anonyme_Alkoholiker" title="Anonyme Alkoholiker">Anonymen Alkoholikern</a>,<sup id="cite_ref-42" class="reference"><a href="#cite_note-42"><span class="cite-bracket">[</span>42<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> aber auch um die Sucht nach dauernder Unterhaltung und Ablenkung wie bei der Beschreibung einer dem <a href="Hedonismus" title="Hedonismus">Hedonismus</a> verfallenen Gesellschaft.<sup id="cite_ref-43" class="reference"><a href="#cite_note-43"><span class="cite-bracket">[</span>43<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Folgen wie Gewalt im Drogenmilieu und bei der Suche nach dem Film werden drastisch dargestellt.<sup id="cite_ref-44" class="reference"><a href="#cite_note-44"><span class="cite-bracket">[</span>44<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die Schilderung von <a href="Depression" title="Depression">Depressionen</a> wie bei Kate Gompert und Hal zieht sich durch den Roman,<sup id="cite_ref-45" class="reference"><a href="#cite_note-45"><span class="cite-bracket">[</span>45<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> ebenso wie verübter (wie bei James O. Incandenza, Eric Clipperton oder Joelle van Dynes Mutter) oder versuchter (wie bei Joelle van Dyne) <a href="Suizid" title="Suizid">Suizid</a>.<sup id="cite_ref-46" class="reference"><a href="#cite_note-46"><span class="cite-bracket">[</span>46<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Alle beschriebenen Familien (Incandenza, Gately, Pemulis, van Dyne) sind dysfunktional, zeigen Merkmale wie <a href="Dominanz_(Psychologie)" title="Dominanz (Psychologie)">Dominanzverhalten</a> (Avril,<sup id="cite_ref-47" class="reference"><a href="#cite_note-47"><span class="cite-bracket">[</span>47<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Hals Großvater, Gatelys Stiefvater), <a href="Vernachl%C3%A4ssigung" title="Vernachlässigung">Vernachlässigung</a> (Gately)<sup id="cite_ref-48" class="reference"><a href="#cite_note-48"><span class="cite-bracket">[</span>48<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> oder <a href="Vergewaltigung" title="Vergewaltigung">Vergewaltigung</a> (Pemulis).<sup id="cite_ref-49" class="reference"><a href="#cite_note-49"><span class="cite-bracket">[</span>49<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Ausführliche Beschreibungen widmen sich Training und <a href="Tennis" title="Tennis">Tennis</a> an der E.T.A. und bei Wettkämpfen,<sup id="cite_ref-50" class="reference"><a href="#cite_note-50"><span class="cite-bracket">[</span>50<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> der Weiterentwicklung von <a href="Fernsehen" title="Fernsehen">Fernsehen</a> und <a href="Internet" title="Internet">Internet</a><sup id="cite_ref-51" class="reference"><a href="#cite_note-51"><span class="cite-bracket">[</span>51<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> sowie einer alle Lebensbereiche durchdringenden Macht der <a href="Werbung" title="Werbung">Werbung</a> (nicht nur die Zeit hat Sponsoren, auch Kleidung, Autos oder die amerikanische Freiheitsstatue).<sup id="cite_ref-52" class="reference"><a href="#cite_note-52"><span class="cite-bracket">[</span>52<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Intertextualität"><span id="Intertextualit.C3.A4t"></span>Intertextualität</h3></div>
<p><i>Unendlicher Spaß</i> hat zahlreiche <a href="Intertextualit%C3%A4t" title="Intertextualität">intertextuelle</a> Bezüge zu anderen literarischen Werken. Eine zentrale Rolle spielt laut James Jason Walsh <a href="William_Shakespeare" title="William Shakespeare">William Shakespeares</a> <i><a href="Hamlet" title="Hamlet">Hamlet</a></i>.<sup id="cite_ref-53" class="reference"><a href="#cite_note-53"><span class="cite-bracket">[</span>53<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Schon der Titel des Romans gibt den Bezug vor, ein abgewandeltes Zitat aus der Grabszene in <i>Hamlet</i> Akt V, Szene 1: Hamlet findet den Schädel des verstorbenen <a href="Hofnarr" class="mw-redirect" title="Hofnarr">Hofnarren</a> Yorick und nennt ihn einen „fellow of infinite jest“.<sup id="cite_ref-54" class="reference"><a href="#cite_note-54"><span class="cite-bracket">[</span>54<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Guido Graf nennt <i>Unendlicher Spaß</i> eine „Hamletmaschine“.<sup id="cite_ref-55" class="reference"><a href="#cite_note-55"><span class="cite-bracket">[</span>55<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> So hat die Figurenkonstellation der Familie Incandenza Parallelen zur Familie Hamlets: ein verstorbener Vater (James/König), der als <a href="Gespenst" title="Gespenst">Geist</a> wiederkehrt, eine Mutter (Avril/Gertrude), die den Onkel (C. T./Claudius) an die Stelle des Vaters gesetzt hat, und einen innerlich leidenden, äußerlich handlungsunfähigen Sohn (Hal/Hamlet), der von anderen für verrückt gehalten wird.<sup id="cite_ref-56" class="reference"><a href="#cite_note-56"><span class="cite-bracket">[</span>56<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Eine an <i>Hamlet</i> erinnernde Grabszene spielt eine zentrale Rolle im Roman, allerdings außerhalb der beschriebenen Handlung. Sowohl Hal – im ersten Kapitel – wie auch Gately – im letzten Kapitel – nehmen darauf Bezug. Die beiden graben einen Schädel aus, der möglicherweise das Masterband des todbringenden Films, möglicherweise ein Gegenmittel dazu enthält. Hal liest gegen Ende der beschriebenen Handlung im <i>Hamlet</i> und macht sich Gedanken dazu, etwa über die Realität des Geistes oder das Thema der Heuchelei.<sup id="cite_ref-57" class="reference"><a href="#cite_note-57"><span class="cite-bracket">[</span>57<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Eine Filmproduktionsfirma von James O. Incandenza trägt den Namen „Poor Yorick Entertainment Unlimited“.
</p><p>Walsh sieht den Aufbau des Romans mit seiner nicht chronologisch geordneten Handlung als „aus den Fugen geratene Zeit“ (nach der <a href="August_Wilhelm_Schlegel" title="August Wilhelm Schlegel">Schlegel</a>-Übersetzung; im englischsprachigen Original: „The time ist out of joint“, <i>Hamlet</i> Akt I, Szene 5). Im Übrigen weist er darauf hin, dass im (um 1600 entstandenen) Stück <i>Hamlet</i> (Akt II, Szene 1) Polonius ein Tennisspiel erwähnt.<sup id="cite_ref-58" class="reference"><a href="#cite_note-58"><span class="cite-bracket">[</span>58<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Adam Kelly verweist in Zusammenhang mit der zentralen Rolle von David Foster Wallace für die Literaturströmung der <i>New Sincerity</i> mit ihrem Streben nach Darstellung authentischer Gefühle ebenfalls auf <i>Hamlet</i> als einen Schlüsseltext und auf ein Zitat von Polonius, der Laertes Ratschläge zur Lebensführung erteilt: „This above all – to thine own self be true“ (<i>Hamlet</i> Akt I, Szene 3).<sup id="cite_ref-59" class="reference"><a href="#cite_note-59"><span class="cite-bracket">[</span>59<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Auf einen anderen Text, <i><a href="End_Zone" title="End Zone">End Zone</a></i> von <a href="Don_DeLillo" title="Don DeLillo">Don DeLillo</a> aus dem Jahr 1972, nimmt das im Roman beschriebene Atomkriegs-Spiel „Eschaton“ Bezug. Wie Graham Foster erläutert, steht dort <a href="College_Football" title="College Football">College-Football</a> statt <a href="Tennis" title="Tennis">Tennis</a> im Mittelpunkt, aber auch hier würden einzelne Spieler in einer <a href="Existenzielle_Krise" title="Existenzielle Krise">existentiellen Krise</a> stecken, Nebenfiguren beider Romane würden mit ähnlichen Merkmalen beschrieben. Und sowohl in <i>End Zone</i> als auch in <i>Unendlicher Spaß</i> kommt eine Atomkriegs-Simulation vor. Die Wortwahl bei der Beschreibung der Ausgangslage des Spiels und die verwendeten <a href="Akronym" title="Akronym">Akronyme</a> für die gegnerischen Machtblöcke seien ähnlich.<sup id="cite_ref-60" class="reference"><a href="#cite_note-60"><span class="cite-bracket">[</span>60<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Ein weiterer Hinweis auf einen Text von DeLillo ist laut Stephen J. Burn die Erwähnung der „<a href="Massachusetts_Institute_of_Technology" title="Massachusetts Institute of Technology">M.I.T.</a> Language Riots“ (dt.: <i>M.I.T.-Sprachausschreitungen</i>), die auch in DeLillos <i>Ratner’s Star</i> von 1976 vorkommen.<sup id="cite_ref-61" class="reference"><a href="#cite_note-61"><span class="cite-bracket">[</span>61<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Parallelen in der Konstruktion sieht Burn zum <i><a href="Ulysses" title="Ulysses">Ulysses</a></i> von <a href="James_Joyce" title="James Joyce">James Joyce</a>. Das Verhältnis der beiden Hauptfiguren Hal und Gately entspreche dem von Stephen Dedalus, der wie Hal ein problematisches Verhältnis zu seinem Vater hat, und Leopold Bloom, der wie Gately formal weniger gebildet, aber empathischer, menschlicher ist. In beiden Büchern liege der Schwerpunkt zuerst auf dem jüngeren Hal/Stephen und verschiebe sich dann zum älteren Gately/Bloom. Wallace – selbst ein Schöpfer neuer Worte – nutzt eine bekannte Wortschöpfung aus dem <i>Ulysses</i>: „scrotumtightening/skrotumzusammenziehend“, und er spielt mit dem als <a href="Malapropismus" title="Malapropismus">Malapropismus</a> verwendeten Ausdruck „telemachry/Telemachrie“ auf das erste Kapitel des <i>Ulysses</i> an, nach dem <a href="Gilbert-Schema" title="Gilbert-Schema">Gilbert-Schema</a> das sogenannte <a href="Telemachos" title="Telemachos">Telemachos</a>-Kapitel.<sup id="cite_ref-62" class="reference"><a href="#cite_note-62"><span class="cite-bracket">[</span>62<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>In der Figurenkonstellation der Incandenza-Brüder sieht Timothy Jacobs eine Entsprechung zu den <i><a href="Die_Br%C3%BCder_Karamasow" title="Die Brüder Karamasow">Brüdern Karamasow</a></i> von <a href="Fjodor_Michailowitsch_Dostojewski" title="Fjodor Michailowitsch Dostojewski">Fjodor Dostojewski</a>. In beiden Romanen gehe es um einen Vater und drei Söhne: Der älteste der Incandenza-Brüder, Orin, zeige Parallelen zum ältesten, ebenfalls als zügellos beschriebenen der Karamosow-Brüder, Dmitri. Hal entspreche dem intellektuellen Iwan und Mario dem einfachen, freundlichen und sensiblen Aljoscha.<sup id="cite_ref-63" class="reference"><a href="#cite_note-63"><span class="cite-bracket">[</span>63<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Die überdimensionierte, mehrere Tennisplätze große Landkarte des Eschaton-Spiels und den dabei eskalierenden Streit über das Verhältnis von <a href="Karte_(Kartografie)" title="Karte (Kartografie)">Karte</a> und <a href="Territorium" title="Territorium">Territorium</a> und darüber, ob äußere Einflüsse wie Schneefall auf die Karte das Spiel selbst beeinflussen oder nur dessen optische Darstellung, sieht Burn als Verweis auf den Text <i>Del rigor en la ciencia</i> von <a href="Jorge_Luis_Borges" title="Jorge Luis Borges">Jorge Luis Borges</a>, in dem das Streben nach immer genaueren, größeren Karten in einen letztlich unbrauchbaren <a href="Karte_im_Ma%C3%9Fstab_1%3A1" title="Karte im Maßstab 1:1">1:1-Maßstab</a> mündet.<sup id="cite_ref-64" class="reference"><a href="#cite_note-64"><span class="cite-bracket">[</span>64<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Ein anderer Text wird im Roman ausdrücklich erwähnt: <i>Flächenland/<a href="Flatland" title="Flatland">Flatland</a></i> von <a href="Edwin_Abbott_Abbott" title="Edwin Abbott Abbott">Edwin A. Abbott</a>, eine <a href="Novelle" title="Novelle">Novelle</a>, die in einer zweidimensionalen Welt aus Linien, Dreiecken, Quadraten usw. spielt. An der Tennisakademie sei das ein „unvermeidlicher Roman“, heißt es bei Wallace.<sup id="cite_ref-65" class="reference"><a href="#cite_note-65"><span class="cite-bracket">[</span>65<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Andrew Hoberek nennt einen weiteren möglichen literarischen Bezug: <i><a href="The_Minister%E2%80%99s_Black_Veil" title="The Minister’s Black Veil">The Minister’s Black Veil</a></i> (dt. <i>Des Pfarrers schwarzer Schleier</i>) von <a href="Nathaniel_Hawthorne" title="Nathaniel Hawthorne">Nathaniel Hawthorne</a>. In dieser Kurzgeschichte entscheidet sich ein Pfarrer, sein Gesicht mit einem Schleier zu verhüllen und diesen nicht mehr abzunehmen – so wie Joelle van Dyne in <i>Unendlicher Spaß</i>.<sup id="cite_ref-66" class="reference"><a href="#cite_note-66"><span class="cite-bracket">[</span>66<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Hoberek sieht in der Struktur von <i>Unendlicher Spaß</i> Parallelen zu <i><a href="Moby-Dick" title="Moby-Dick">Moby-Dick</a></i> von <a href="Herman_Melville" title="Herman Melville">Herman Melville</a>. Ähnlich wie die Seeleute auf dem Walfänger Pequod hätten sich demnach auch die Tennisschüler an der E.T.A. und die Drogenkranken in Ennet House freiwillig in eine <a href="Greedy_Institutions" title="Greedy Institutions">Organisation begeben, die ihr gesamtes Leben einem rigiden Regelwerk unterwirft</a>. Auch in der Vielfalt der Textformen in beiden Romanen sieht er Ähnlichkeiten, etwa die – für die Handlung nicht notwendigen – <a href="Exkurs" title="Exkurs">Exkurse</a> in <a href="Pharmazie" title="Pharmazie">Pharmazeutik</a> bei Wallace und in die <a href="Cetologie" title="Cetologie">Cetologie</a> bei Melville.<sup id="cite_ref-67" class="reference"><a href="#cite_note-67"><span class="cite-bracket">[</span>67<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>D. T. Max weist auf eine – spät im Entstehungsprozess eingefügte – Szene mit Anklängen an <a href="George_Orwell" title="George Orwell">George Orwells</a> <i><a href="1984_(Roman)" title="1984 (Roman)">1984</a></i> hin: Orin wird von Separatisten gefangen gehalten und gefoltert, mit der Umsetzung seines persönlichen <a href="Albtraum" title="Albtraum">Albtraums</a>. Er wird mit <a href="K%C3%BCchenschabe" title="Küchenschabe">Kakerlaken</a> unter ein Glas gesperrt, bis er gebrochen ist und schreit: „Mach es ihr!“ – ähnlich wie Winston Smith in <i>1984</i> unter der Ratten-Folter in Raum 101 schreit: „Do it to Julia!“<sup id="cite_ref-68" class="reference"><a href="#cite_note-68"><span class="cite-bracket">[</span>68<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Auch einen Verweis auf die <a href="Griechische_Mythologie" title="Griechische Mythologie">griechische Mythologie</a> gibt es laut Stephen J. Burn: Die zwölf Arbeiten des <a href="Herakles" title="Herakles">Herakles</a> fänden sich in dem <a href="Zw%C3%B6lf-Schritte-Programm" title="Zwölf-Schritte-Programm">Zwölf-Schritte-Programm</a> der <a href="Anonyme_Alkoholiker" title="Anonyme Alkoholiker">Anonymen Alkoholiker</a> wieder, das Gately – selbst von der Statur eines Herakles – erfüllen muss. Herakles ist wie Gately zeitweise unzurechnungsfähig, beide töten unbeabsichtigt einen Menschen und müssen danach eine Serie schwerer Prüfungen bestehen.<sup id="cite_ref-69" class="reference"><a href="#cite_note-69"><span class="cite-bracket">[</span>69<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Entstehungs-_und_Publikationsgeschichte">Entstehungs- und Publikationsgeschichte</h2></div>
<p>Erste Notizen von Wallace, die später im Roman verarbeiten wurden – zum Beispiel über eine fiktive kanadische Terrororganisation –, datieren laut D. T. Max von 1986.<sup id="cite_ref-70" class="reference"><a href="#cite_note-70"><span class="cite-bracket">[</span>70<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Burn nennt auch einen zweiseitigen Entwurf mit dem Titel <i><a href="Las_Meninas" title="Las Meninas">Las Meninas</a></i>, der in revidierter Form in der „Wardine“-Episode im Roman wieder auftaucht.<sup id="cite_ref-71" class="reference"><a href="#cite_note-71"><span class="cite-bracket">[</span>71<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> In einem Bewerbungsantrag für die Künstlerkolonie <a href="Yaddo" title="Yaddo">Yaddo</a> in <a href="Saratoga_Springs_(New_York)" title="Saratoga Springs (New York)">Saratoga Springs</a> vom September 1986 schrieb Wallace, er arbeite an einem Roman namens <i>Infinite Jest</i>. Im Herbst 1991 begann dann die intensive Beschäftigung mit dem Projekt, während Wallace als Dozent an der <a href="Illinois_State_University" title="Illinois State University">Illinois State University</a> lehrte. Im April 1992 schickte er erste 250 Seiten an seine Agentin Bonnie Nadell. Der Verlag <a href="Little%2C_Brown_and_Company" title="Little, Brown and Company">Little, Brown and Company</a> kaufte die Rechte am Buch und bezahlte $ 80.000 Vorschuss.<sup id="cite_ref-72" class="reference"><a href="#cite_note-72"><span class="cite-bracket">[</span>72<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
Seine Schwester Amy Wallace war Erstleserin, gegen Bezahlung und über ihr Redigierbüro, dessen einziger Kunde David Foster Wallace war.<sup id="cite_ref-73" class="reference"><a href="#cite_note-73"><span class="cite-bracket">[</span>73<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Mit Don DeLillo stand er 1992 im Briefwechsel, unter anderem zum Thema Eschaton/<i>End Zone</i> (siehe Abschnitt <i><a href="#Intertextualität">#Intertextualität</a></i>), auch, um den Vorwurf eines <a href="Plagiat" title="Plagiat">Plagiats</a> zu vermeiden.<sup id="cite_ref-74" class="reference"><a href="#cite_note-74"><span class="cite-bracket">[</span>74<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Einzelne Passagen erschienen in Literaturzeitschriften. Im Mai 1993 lieferte Wallace weitere 750 Seiten ab, im Juni 1994 gab er das rund 750.000 Worte umfassende Manuskript ab.<sup id="cite_ref-75" class="reference"><a href="#cite_note-75"><span class="cite-bracket">[</span>75<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Der Verlag verlangte Kürzungen, vor allem bei den Passagen mit Marathe/Steeply und bei Football-Geschichten um Orin Incandenza. Herausgeber Michael Pietsch erwähnt eine Kürzung um insgesamt rund 250 Manuskriptseiten, die Wallace selbst vornahm.<sup id="cite_ref-76" class="reference"><a href="#cite_note-76"><span class="cite-bracket">[</span>76<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
Auch die umfangreichen, in kleinerer Schrift gesetzten Endnoten nutzte Wallace als Möglichkeit, den Haupttext kürzer zu halten.<sup id="cite_ref-77" class="reference"><a href="#cite_note-77"><span class="cite-bracket">[</span>77<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Der Roman trug ursprünglich den Titel <i>Infinite Jest – a failed entertainment</i>, der Untertitel fand aber nach Einspruch des Herausgebers keine Verwendung.<sup id="cite_ref-78" class="reference"><a href="#cite_note-78"><span class="cite-bracket">[</span>78<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p><i>Infinite Jest</i> erschien schließlich am 1. Februar 1996, begleitet von einer Werbe- und Medienkampagne des Verlags, die schon vor der Veröffentlichung „ein Meisterwerk“ und „das größte Literaturereignis des Jahres“ versprach, und einer Lesetour des Autors.<sup id="cite_ref-79" class="reference"><a href="#cite_note-79"><span class="cite-bracket">[</span>79<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Auf einem Teil dieser Tour wurde er begleitet von einem Reporter des <i><a href="Rolling_Stone" title="Rolling Stone">Rolling Stone</a></i>, David Lipsky, für eine Reportage, die 2010 als Buch erschien.<sup id="cite_ref-80" class="reference"><a href="#cite_note-80"><span class="cite-bracket">[</span>80<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Schon vor Ende dieser Lesetour ließ der Verlag sechs Mal nachdrucken, auf insgesamt 45.000 Exemplare.<sup id="cite_ref-81" class="reference"><a href="#cite_note-81"><span class="cite-bracket">[</span>81<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Bis 2006 wurden 150.000 Exemplare von <i>Infinite Jest</i> verkauft.<sup id="cite_ref-82" class="reference"><a href="#cite_note-82"><span class="cite-bracket">[</span>82<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Bis 2016 wurden laut Michael Pietsch weltweit über eine Million Exemplare verkauft.<sup id="cite_ref-83" class="reference"><a href="#cite_note-83"><span class="cite-bracket">[</span>83<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Die erste Übersetzung von <i>Infinite Jest</i> kam im Jahr 2000, ins Italienische von Edoardo Nesi mit Annalisa Villoresi, unter dem Titel <i>Infinite Jest</i>. Im Jahr 2002 folgte Spanisch, von Javier Calvo und Marcelo Covián, unter dem Titel <i>La broma infinita</i>. 2009 folgte die deutsche Übersetzung von Ulrich Blumenbach, als <i>Unendlicher Spaß</i>. 2014 kam die Übersetzung auf brasilianisches Portugiesisch, von Caetano Galindo unter dem Titel <i>Graça infinita</i>. Auf Französisch heißt der Roman <i>L’Infinie comédie</i> und erschien 2015 in einer Übersetzung von Francis Kerline.<sup id="cite_ref-84" class="reference"><a href="#cite_note-84"><span class="cite-bracket">[</span>84<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Auf Griechisch folgte 2016 eine Übersetzung von Kostas Kaltsas.<sup id="cite_ref-85" class="reference"><a href="#cite_note-85"><span class="cite-bracket">[</span>85<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Eine Übersetzung ins Russische von Sergey Karpov und Alexey Polyarinov erschien 2018.<sup id="cite_ref-86" class="reference"><a href="#cite_note-86"><span class="cite-bracket">[</span>86<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Autobiografische_Bezüge"><span id="Autobiografische_Bez.C3.BCge"></span>Autobiografische Bezüge</h2></div>
<p>Wallace’ Persönlichkeit sei auf jede Seite des Buches gestempelt, schreibt A. O. Scott, so sehr, dass Leben und Werk nicht nur verbunden erscheinen, sondern in einander übergehen würden.<sup id="cite_ref-87" class="reference"><a href="#cite_note-87"><span class="cite-bracket">[</span>87<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> In seiner Biografie gibt es zahlreiche Elemente, die in <i>Unendlicher Spaß</i> aufgegriffen werden, zum Teil als Handlungsrahmen (Tennis, Drogen, Krankheit), zum Teil zur Charakterisierung von Haupt- und Nebenfiguren.
</p><p>So war Wallace in seiner Jugend ein begabter Tennisspieler und im Wettkampfteam seiner Schule, der <a href="Urbana_(Illinois)" title="Urbana (Illinois)">Urbana</a> High School. In der <i>Middle Illinois Tennis Association</i> kam er bis auf Rang 11 und gab als Teenager Tennisstunden.<sup id="cite_ref-88" class="reference"><a href="#cite_note-88"><span class="cite-bracket">[</span>88<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Seit seiner Jugend litt er unter übermäßigem <a href="Schwei%C3%9F" title="Schweiß">Schwitzen</a> und Schweißausbrüchen, wie im Roman die Figur Marlon Bain.<sup id="cite_ref-89" class="reference"><a href="#cite_note-89"><span class="cite-bracket">[</span>89<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Die Macht des <a href="Fernsehen" title="Fernsehen">Fernsehens</a> war wiederholt Thema für Wallace: 1993, während der Entstehungszeit von <i>Unendlicher Spaß</i>, schrieb er auch den <a href="Essay" title="Essay">Essay</a> <i>E Unibus Pluram: Fernsehen und Literatur in den USA</i>. Darin wendet er sich gegen die seiner Ansicht nach vorherrschende <a href="Ironie" title="Ironie">Ironie</a> in den <a href="Massenmedien" title="Massenmedien">Medien</a>, welche ernsthafte Auseinandersetzungen mit wichtigen Themen unmöglich mache. Der Text ist eine der Grundlagen für die <i>New Sincerity</i>.<sup id="cite_ref-90" class="reference"><a href="#cite_note-90"><span class="cite-bracket">[</span>90<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p><a href="Mathematik" title="Mathematik">Mathematik</a>, mit der sich im Roman Hals Freund und Dealer Michael Pemulis gern befasst, war eines von Wallace’ Studienfächern am <a href="Amherst_College" title="Amherst College">Amherst College</a>.<sup id="cite_ref-91" class="reference"><a href="#cite_note-91"><span class="cite-bracket">[</span>91<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Auch las er gern <a href="W%C3%B6rterbuch" title="Wörterbuch">Wörterbücher</a>, so wie im Roman Hal, der den <a href="Oxford_English_Dictionary" title="Oxford English Dictionary">Oxford English Dictionary</a> auswendig kann.<sup id="cite_ref-92" class="reference"><a href="#cite_note-92"><span class="cite-bracket">[</span>92<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>In seiner Jugend stieß Wallace erstmals auf <a href="Marihuana" title="Marihuana">Marihuana</a>, das er laut D. T. Max ähnlich konsumiert haben soll wie Hal im Roman: allein und den Rauch beim Abluftventilator hinausblasend, um nicht entdeckt zu werden.<sup id="cite_ref-93" class="reference"><a href="#cite_note-93"><span class="cite-bracket">[</span>93<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> In den 1980er-Jahren griff Wallace immer stärker zu <a href="Alkoholkonsum" title="Alkoholkonsum">Alkohol</a>, zunächst als Ersatz für Marihuana, und wurde <a href="Alkoholkrankheit" title="Alkoholkrankheit">alkoholabhängig</a>. Ab 1988 hatte er Kontakt zu den Anonymen Alkoholikern, deren Treffen im Roman wiederholt und intensiv beschrieben werden.<sup id="cite_ref-94" class="reference"><a href="#cite_note-94"><span class="cite-bracket">[</span>94<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Wallace selbst gab in Interviews oder Texten über seine eigene Betroffenheit keine Auskunft, sondern behauptete, sein Wissen darüber habe er „von Freunden, die bei den Anonymen Alkoholikern waren“<sup id="cite_ref-95" class="reference"><a href="#cite_note-95"><span class="cite-bracket">[</span>95<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> und von eigenen Besuchen bei frei zugänglichen Treffen der Anonymen Alkoholiker in Boston. Das schrieb er auch in einem kurzen, im <a href="Impressum" title="Impressum">Impressum</a> des Romans eingefügten Absatz.<sup id="cite_ref-96" class="reference"><a href="#cite_note-96"><span class="cite-bracket">[</span>96<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Im November 1989 machte er im McLean Hospital in <a href="Belmont_(Massachusetts)" title="Belmont (Massachusetts)">Belmont</a> einen <a href="Opioidentzug" title="Opioidentzug">Entzug</a> durch und kam danach in ein Rehabilitationsheim: Granada House im <a href="Brighton_(Boston)" title="Brighton (Boston)">Brighton</a> Marine Hospital – dem Vorbild für „Ennet House“ im „Enfield Marine Hospital“ im Roman. Die Tagesabläufe, Vorschriften für die Insassen und die regelmäßigen Gruppentreffen werden als sehr ähnlich beschrieben. Auch einzelne Personen dienten als Vorbilder: für Don Gately etwa ein „Big Craig“ genannter Betreuer, ebenfalls von riesiger Statur und mit früherer Drogen- und Einbrecherkarriere.<sup id="cite_ref-97" class="reference"><a href="#cite_note-97"><span class="cite-bracket">[</span>97<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Seit seiner Jugend war Wallace wegen <a href="Depression" title="Depression">Depressionen</a> in Behandlung. Erstmals diagnostiziert wurde die Krankheit während seiner Zeit am Amherst College in den frühen 1980er Jahren.<sup id="cite_ref-98" class="reference"><a href="#cite_note-98"><span class="cite-bracket">[</span>98<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Er nahm dauerhaft Medikamente, vor allem <a href="Phenelzin" title="Phenelzin">Nardil</a>, und unterzog sich mehrfach <a href="Elektrokonvulsionstherapie" title="Elektrokonvulsionstherapie">Elektrokonvulsionstherapien</a>.<sup id="cite_ref-99" class="reference"><a href="#cite_note-99"><span class="cite-bracket">[</span>99<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Wallace litt darunter, dass die <a href="Antidepressivum" title="Antidepressivum">Antidepressiva</a> seine <a href="Emotion" title="Emotion">Emotionen</a> und sein Schreiben beeinflussten.<sup id="cite_ref-100" class="reference"><a href="#cite_note-100"><span class="cite-bracket">[</span>100<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> An mehreren Stellen im Roman werden Depressionserfahrungen eindrücklich beschrieben, ebenso wie Gedanken an <a href="Suizid" title="Suizid">Suizid</a>. Mehrere Figuren im Roman begehen <a href="Suizid" title="Suizid">Selbstmord</a>. Wallace überlebte im Oktober 1988 einen ersten Suizidversuch,<sup id="cite_ref-101" class="reference"><a href="#cite_note-101"><span class="cite-bracket">[</span>101<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> insgesamt soll er mindestens drei Mal versucht haben, sein Leben zu beenden.<sup id="cite_ref-102" class="reference"><a href="#cite_note-102"><span class="cite-bracket">[</span>102<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Am 12. September 2008 beging Wallace im Alter von 46 Jahren in seinem Haus in <a href="Claremont_(Kalifornien)" title="Claremont (Kalifornien)">Claremont (Kalifornien)</a> Selbstmord.<sup id="cite_ref-103" class="reference"><a href="#cite_note-103"><span class="cite-bracket">[</span>103<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Rezeption">Rezeption</h2></div>
<p>Zunächst wurde der Roman hauptsächlich in den USA wahrgenommen. Der Autor und Literaturkritiker Steven Moore zum Beispiel nennt <i>Infinite Jest</i> in einer frühen Rezension einen „<a href="Enzyklop%C3%A4die" title="Enzyklopädie">enzyklopädischen</a> Roman“ mit einer großen stilistischen Bandbreite und sprachlichen Vielfalt. Er sei sowohl ein tragikomisches <a href="Epos" title="Epos">Epos</a> wie auch eine tiefgehende Studie <a href="Postmoderne" title="Postmoderne">postmoderner</a> Zustände.<sup id="cite_ref-104" class="reference"><a href="#cite_note-104"><span class="cite-bracket">[</span>104<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Der Schriftsteller <a href="Walter_Kirn" title="Walter Kirn">Walter Kirn</a> schreibt 1996 in einer Rezension, das Buch sei brillant, mit seinen faszinierenden Verschlingungen und seiner erschreckend genauen Satire von Amerikas Zukunft und sei selbst eine Art <a href="M%C3%B6biusband" title="Möbiusband">Möbiusschleife</a> ohne Ende.<sup id="cite_ref-105" class="reference"><a href="#cite_note-105"><span class="cite-bracket">[</span>105<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Marshall Boswell stellt den Roman in eine Reihe mit Werken von <a href="Thomas_Pynchon" title="Thomas Pynchon">Thomas Pynchon</a>, <a href="William_Gaddis" title="William Gaddis">William Gaddis</a> und <a href="John_Barth" title="John Barth">John Barth</a> und schreibt ihm bleibende Bedeutung zu. Das Buch sei, schon durch seinen Umfang, eine Herausforderung. Es sei nicht nur lang und gewollt schwierig, sondern bringe auch Lesevergnügen – es bereite gleichsam selbst „unendlichen Spaß“: „The book itself is an „infinite jest“.“<sup id="cite_ref-106" class="reference"><a href="#cite_note-106"><span class="cite-bracket">[</span>106<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Adam Kelly<sup id="cite_ref-107" class="reference"><a href="#cite_note-107"><span class="cite-bracket">[</span>107<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> weist darauf hin, dass sich eine tiefere Auseinandersetzung mit dem Werk zunächst außerhalb der akademischen Welt etablierte, insbesondere durch Lese- und Diskussionsgruppen im Internet, die sich intensiv über den Text austauschten. Erst mit Verzögerung habe die akademische Rezeption Fuß gefasst, einer der ersten Texte dazu stamme von der Literaturwissenschaftlerin N. Katherine Hayles 1999.<sup id="cite_ref-108" class="reference"><a href="#cite_note-108"><span class="cite-bracket">[</span>108<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
Kelly hebt den Roman auch in Zusammenhang mit Wallaces Bedeutung für die <i>New Sincerity</i> in der amerikanischen Literatur hervor. Die in Wallaces Essay <i>E Unibus Pluram</i>,<sup id="cite_ref-109" class="reference"><a href="#cite_note-109"><span class="cite-bracket">[</span>109<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> aufgestellte Forderung nach emotionaler Authentizität in der Literatur sei in <i>Infinite Jest</i> und Wallaces späteren Texten verwirklicht.<sup id="cite_ref-110" class="reference"><a href="#cite_note-110"><span class="cite-bracket">[</span>110<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> 2003 erschien die erste <a href="Monografie" title="Monografie">Monografie</a> über den Roman, verfasst vom Literaturwissenschafter Stephen J. Burn.<sup id="cite_ref-111" class="reference"><a href="#cite_note-111"><span class="cite-bracket">[</span>111<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Nach Wallaces Tod wurde sein literarischer Nachlass dem <a href="Harry_Ransom_Center" title="Harry Ransom Center">Harry Ransom Center</a> der <a href="University_of_Texas_at_Austin" title="University of Texas at Austin">University of Texas at Austin</a> zur wissenschaftlichen Forschung zur Verfügung gestellt, hier sind auch <a href="Manuskript" class="mw-redirect" title="Manuskript">Manuskripte</a> von <i>Infinite Jest</i> gelagert.<sup id="cite_ref-112" class="reference"><a href="#cite_note-112"><span class="cite-bracket">[</span>112<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Der Autor und Herausgeber <a href="Chad_Harbach" title="Chad Harbach">Chad Harbach</a> bewertet <i>Infinite Jest</i> 2004, acht Jahre nach seinem Erscheinen, als zentralen amerikanischen Roman der letzten 30 Jahre.<sup id="cite_ref-113" class="reference"><a href="#cite_note-113"><span class="cite-bracket">[</span>113<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
Kurz nach Wallaces Tod 2008 schreibt <a href="A._O._Scott" title="A. O. Scott">A.O. Scott</a>, Wallace habe Ängste und Bewusstsein seiner Generation veranschaulicht und ausgedrückt. <i>Infinite Jest</i> sei ein Meisterwerk und gleichzeitig ein Monster, dessen Umfang und Komplexität es zugleich abschreckend und „esoterisch“ machten: „(Wallace) exemplified and articulated the defining anxieties and attitudes of his generation… <i>“Infinite Jest”</i> is a masterpiece that’s also a monster…Its size and complexity make it forbidding and esoteric.“<sup id="cite_ref-114" class="reference"><a href="#cite_note-114"><span class="cite-bracket">[</span>114<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
In der <i><a href="S%C3%BCddeutsche_Zeitung" title="Süddeutsche Zeitung">Süddeutschen Zeitung</a></i> schreibt Axel Rühe 2010: „<i>Infinite Jest</i> war mit den Mitteln des <a href="Postmoderne" title="Postmoderne">postmodernen</a> Erzählens ein Generalangriff auf die läppische postmoderne Ironie, den hochglanzverspiegelten <a href="Nihilismus" title="Nihilismus">Nihilismus</a>, Wallace ging es tatsächlich ums ‚echte Menschsein‘. Er wollte die total <a href="Medialisierung" title="Medialisierung">medialisierte</a> Welt abbilden, ohne aber dünnsuppige <a href="Affirmation" title="Affirmation">Popaffirmation</a> zu servieren.“<sup id="cite_ref-115" class="reference"><a href="#cite_note-115"><span class="cite-bracket">[</span>115<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Der Literaturkritiker <a href="Richard_K%C3%A4mmerlings" title="Richard Kämmerlings">Richard Kämmerlings</a> nennt das Buch einen „Jahrhundertroman“: „‚Infinite Jest‘ ist für den Beginn des einundzwanzigsten Jahrhunderts das, was <a href="Robert_Musil" title="Robert Musil">Musils</a> ‚<a href="Der_Mann_ohne_Eigenschaften" title="Der Mann ohne Eigenschaften">Mann ohne Eigenschaften</a>‘ für das vergangene Jahrhundert war.“<sup id="cite_ref-116" class="reference"><a href="#cite_note-116"><span class="cite-bracket">[</span>116<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
Der Autor <a href="Jeffrey_Eugenides" title="Jeffrey Eugenides">Jeffrey Eugenides</a> nennt den Roman eines der wichtigsten amerikanischen Bücher: „<i>Infinite Jest</i> ließ so viele Bücher auf einen Streich antiquiert aussehen. Es war eine Art, intelligent und in der Stimme … unserer Generation zu sprechen, wie es sie noch nicht gegeben hatte…Wallaces Stimme ist die lustigste und traurigste, die man wahrscheinlich je hören wird.“<sup id="cite_ref-117" class="reference"><a href="#cite_note-117"><span class="cite-bracket">[</span>117<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Der Literaturkritiker <a href="Denis_Scheck" title="Denis Scheck">Denis Scheck</a> schreibt von einer „Untersuchung der modernen westlichen Welt“, einer Kreuzung aus Familienroman und Science-Fiction-Satire und zieht auch eine Verbindung zur <a href="Biografie" title="Biografie">Biografie</a> von Wallace: „Die Lesart, dass es Wallace dabei nicht nur um eine <a href="Kulturkritik" title="Kulturkritik">zivilisationskritische</a> <a href="Diagnose" title="Diagnose">Diagnose</a> ging, sondern auch um die Darstellung seiner eigenen Depression, drängt sich nach seinem Freitod 2008 auf. Seit <a href="Herman_Melville" title="Herman Melville">Melvilles</a> ‚<a href="Moby-Dick" title="Moby-Dick">Moby Dick</a>‘ ringt jede neue Schriftstellergeneration um die zeitgemäße Version der ‚<a href="Great_American_Novel" title="Great American Novel">Great American Novel</a>‘ … Wallace hat für seine Generation diesen großen amerikanischen Roman geschrieben.“<sup id="cite_ref-118" class="reference"><a href="#cite_note-118"><span class="cite-bracket">[</span>118<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Der Autor und Kritiker Tom Bissell schreibt dem Roman auch 20 Jahre nach seinem Erscheinen bleibende Relevanz zu: es sei der erste große <a href="Internet" title="Internet">Internet</a>-Roman gewesen, über die schleichende Ausbreitung populärer Unterhaltung, bis zum heutigen Teilen von Videos und dem „<a href="Binge_Watching" title="Binge Watching">binge-watching</a>“ von Fernsehserien. Außerdem sei der Roman bahnbrechend im Umgang mit Sprache, mit seinen <a href="Neologismus" title="Neologismus">Neuschöpfungen</a>, entlegensten Fachausdrücken und bildhaften Beschreibungen. Dazu biete er eine Fülle von bis in die Tiefe gezeichneten Figuren. Es sei der Roman seiner Generation.<sup id="cite_ref-119" class="reference"><a href="#cite_note-119"><span class="cite-bracket">[</span>119<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p><i><a href="Time" title="Time">Time</a></i> reihte <i>Infinite Jest</i> unter die besten 100 englischsprachigen Romane seit 1923, der ersten Ausgabe des Magazins. Es sei ein „verdammt lustiges Buch“, dessen Handlung nebensächlich sei im Vergleich zu seinen unendlich reichen Gedanken und Betrachtungen über Sucht, Unterhaltung, Kunst, das Leben und Tennis.<sup id="cite_ref-120" class="reference"><a href="#cite_note-120"><span class="cite-bracket">[</span>120<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Demgegenüber stehen kritische Bewertungen des Romans. Diese betreffen oft den Umfang des Buches: der Autor und Literaturkritiker <a href="Adam_Kirsch" title="Adam Kirsch">Adam Kirsch</a> etwa schreibt, ein disziplinierterer, taktvollerer Autor hätte kein Buch von tausend Seiten veröffentlicht, andererseits wäre eine schlanke vierhundert-Seiten-Version wohl nicht zur kulturellen Sensation und zum Wahrzeichen einer Generation geworden.<sup id="cite_ref-121" class="reference"><a href="#cite_note-121"><span class="cite-bracket">[</span>121<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Die Literaturkritikerin <a href="Michiko_Kakutani" title="Michiko Kakutani">Michiko Kakutani</a> nannte 1996 den Roman eine „<a href="Enzyklop%C3%A4die" title="Enzyklopädie">enzyklopädische</a> Zusammenstellung von allem Möglichen, was Wallace durch den Kopf gegangen“ sei, das Buch sei wohl nach dem Prinzip „je größer, desto besser“ verfasst und herausgegeben worden.<sup id="cite_ref-122" class="reference"><a href="#cite_note-122"><span class="cite-bracket">[</span>122<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Der Autor und Literaturkritiker <a href="Dale_Peck" title="Dale Peck">Dale Peck</a> kritisiert 1996 die Handlungsstränge von <i>Unendlicher Spaß</i> als zu einfach und nennt das Buch unbefriedigend. Er bereue die fünf Wochen seines Lebens, die er diesem Roman gewidmet habe, das Buch sei „schrecklich … aufgeblasen, langweilig, beliebig und … unkontrolliert“,: „…it is, in a word, terrible. Other words I might use include bloated, boring, gratuitous, and – perhaps especially – uncontrolled. I would, in fact, go so far as to say that <i>Infinite Jest</i> is one of the very few novels for which the phrase ‘not worth the paper it’s written on’ has real meaning…“.<sup id="cite_ref-123" class="reference"><a href="#cite_note-123"><span class="cite-bracket">[</span>123<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Der Literaturwissenschafter und Kritiker <a href="Harold_Bloom" title="Harold Bloom">Harold Bloom</a> wird zitiert mit der Aussage, <i>Infinite Jest</i> sei „einfach schrecklich“, der Autor habe keinerlei erkennbares Talent, könne weder denken noch schreiben. Außerdem nehme er es übel, dass der Titel des Romans ein Shakespeare-Zitat ist.<sup id="cite_ref-124" class="reference"><a href="#cite_note-124"><span class="cite-bracket">[</span>124<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Edward Jackson u.&nbsp;a. kritisieren, dass der Roman die Sichtweise weißer Männer bevorzuge, zu Lasten von Schwarzen und von Frauen. Sie sehen darin Formen rassistischer und sexistischer Ausgrenzung.<sup id="cite_ref-125" class="reference"><a href="#cite_note-125"><span class="cite-bracket">[</span>125<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
Die Literaturwissenschaftlerin Clare Hayes-Brady sieht bei Wallace allgemein eine „Abneigung oder Unfähigkeit, starke weibliche Figuren zu schreiben“<sup id="cite_ref-126" class="reference"><a href="#cite_note-126"><span class="cite-bracket">[</span>126<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> und wirft dem Autor <a href="Misogynie" title="Misogynie">Misogynie</a> vor.<sup id="cite_ref-127" class="reference"><a href="#cite_note-127"><span class="cite-bracket">[</span>127<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-128" class="reference"><a href="#cite_note-128"><span class="cite-bracket">[</span>128<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Auszeichnungen">Auszeichnungen</h3></div>
<ul><li><i><a href="Time" title="Time">Time</a></i> zählt den Roman zu den 100 besten englischsprachigen Romanen.<sup id="cite_ref-129" class="reference"><a href="#cite_note-129"><span class="cite-bracket">[</span>129<span class="cite-bracket">]</span></a></sup></li>
<li><a href="Zeit-Bibliothek_der_100_B%C3%BCcher#Die_neue_Zeit-Bibliothek_der_Weltliteratur" title="Zeit-Bibliothek der 100 Bücher">
Zeit-Bibliothek der Weltliteratur „100 Bücher, 100 Gefährten“</a><sup id="cite_ref-130" class="reference"><a href="#cite_note-130"><span class="cite-bracket">[</span>130<span class="cite-bracket">]</span></a></sup></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Adaptionen_und_motivische_Verwendung">Adaptionen und motivische Verwendung</h2></div>
<ul><li>Im Jahr 2011 veröffentlichte die US-amerikanische Band <a href="The_Decemberists" title="The Decemberists">The Decemberists</a> ein Video zu ihrem <i>Calamity Song</i>. Darin wird eine Partie Eschaton gespielt, das im Roman ausführlich beschriebene, computer-unterstützte Atomkrieg-Tennis, das im Chaos endet.</li>
<li>Im Juni 2012 zeigte das <a href="Hebbel_am_Ufer" title="Hebbel am Ufer">Hebbel am Ufer</a> in <a href="Berlin" title="Berlin">Berlin</a> eine 24-Stunden-Tour durch den „utopischen <a href="West-Berlin" title="West-Berlin">Westen Berlins</a>“ und legte das im Roman entworfene Boston der Zukunft „wie eine Folie über Berlin“.<sup id="cite_ref-131" class="reference"><a href="#cite_note-131"><span class="cite-bracket">[</span>131<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Der Übersetzer Ulrich Blumenbach war Teil der Inszenierung und stand dem Publikum per Videokonferenz für Fragen zum Buch zur Verfügung.<sup id="cite_ref-132" class="reference"><a href="#cite_note-132"><span class="cite-bracket">[</span>132<span class="cite-bracket">]</span></a></sup></li>
<li>2012 adaptierte das <a href="M%C3%BCnchner_Volkstheater" title="Münchner Volkstheater">Münchner Volkstheater</a> den Roman für die Bühne.<sup id="cite_ref-133" class="reference"><a href="#cite_note-133"><span class="cite-bracket">[</span>133<span class="cite-bracket">]</span></a></sup></li>
<li>2013 arbeiteten Malte Kettler, Anna Daßler und Jonas Sander für das Stör &amp; Fried Theater den Roman zu einem Theaterstück um. Die Erstaufführung fand am 15. Juni 2013 im <a href="Haus_der_Wissenschaft_Braunschweig" title="Haus der Wissenschaft Braunschweig">Haus der Wissenschaft</a> in <a href="Braunschweig" title="Braunschweig">Braunschweig</a> statt.<sup id="cite_ref-134" class="reference"><a href="#cite_note-134"><span class="cite-bracket">[</span>134<span class="cite-bracket">]</span></a></sup></li>
<li>In der US-Fernsehserie <a href="Parks_and_Recreation" title="Parks and Recreation">Parks and Recreation</a> gab es eine Folge (<i>Partridge</i>, Erstausstrahlung am 4. April 2013), in der zahlreiche Namen von Figuren aus <i>Infinite Jest</i> Verwendung fanden, etwa eine Anwaltskanzlei namens „Gately, Wayne, Kittenplan and Troeltsch“.<sup id="cite_ref-135" class="reference"><a href="#cite_note-135"><span class="cite-bracket">[</span>135<span class="cite-bracket">]</span></a></sup></li></ul>
<ul><li>2014 fand in der <a href="Schirn_Kunsthalle_Frankfurt" title="Schirn Kunsthalle Frankfurt">Schirn Kunsthalle</a> in <a href="Frankfurt_am_Main" title="Frankfurt am Main">Frankfurt am Main</a> die von dem Buch inspirierte Ausstellung <i>Unendlicher Spaß</i> statt. 20 Künstler, u. a. <a href="Maurizio_Cattelan" title="Maurizio Cattelan">Maurizio Cattelan</a> und <a href="Daniel_Richter" title="Daniel Richter">Daniel Richter</a> zeigten durch den Roman inspirierte Werke.<sup id="cite_ref-136" class="reference"><a href="#cite_note-136"><span class="cite-bracket">[</span>136<span class="cite-bracket">]</span></a></sup></li>
<li>Der 2015 veröffentlichte Spielfilm <i><a href="The_End_of_the_Tour" title="The End of the Tour">The End of the Tour</a></i> des Regisseurs <a href="James_Ponsoldt" title="James Ponsoldt">James Ponsoldt</a> zeichnet die Interviews des Journalisten David Lipsky (gespielt von <a href="Jesse_Eisenberg" title="Jesse Eisenberg">Jesse Eisenberg</a>) mit David Foster Wallace (gespielt von <a href="Jason_Segel" title="Jason Segel">Jason Segel</a>) während der Promotiontour für <i>Unendlicher Spaß</i> nach.</li>
<li>2016 nahmen beim deutschen Webprojekt <i>Unendliches Spiel</i>, produziert von <a href="Westdeutscher_Rundfunk_K%C3%B6ln" title="Westdeutscher Rundfunk Köln">WDR</a>, <a href="Bayerischer_Rundfunk" title="Bayerischer Rundfunk">BR</a>, <a href="Deutschlandfunk" title="Deutschlandfunk">Deutschlandfunk</a> u.&nbsp;a., 1400 Personen je eine Seite des kompletten Romantextes auf. Die Sprachaufnahmen wurden zusammen mit einer eigens komponierten Musik zu einem rund 80 Stunden dauernden Hörspiel montiert.<sup id="cite_ref-137" class="reference"><a href="#cite_note-137"><span class="cite-bracket">[</span>137<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-138" class="reference"><a href="#cite_note-138"><span class="cite-bracket">[</span>138<span class="cite-bracket">]</span></a></sup></li>
<li>2022 veröffentlichte der US-amerikanische Gitarrist <a href="Jeff_Parker_(Musiker)" title="Jeff Parker (Musiker)">Jeff Parker</a> das Album <i><a href="Mondays_at_the_Enfield_Tennis_Academy" title="Mondays at the Enfield Tennis Academy">Mondays at the Enfield Tennis Academy</a></i>, dessen Titel sich auf einen Schauplatz des Romans bezieht.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Ausgaben">Ausgaben</h3></div>
<ul><li>David Foster Wallace: <cite style="font-style:italic">Infinite Jest&nbsp;: a novel</cite>. 1st ed. Little, Brown and Company, Boston 1996, ISBN 0-316-92004-5.<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Abook&amp;rfr_id=info:sid/de.wikipedia.org:Unendlicher+Spa%C3%9F&amp;rft.au=David+Foster+Wallace&amp;rft.btitle=Infinite+Jest+%3A+a+novel&amp;rft.date=1996&amp;rft.edition=1st+ed.&amp;rft.genre=book&amp;rft.isbn=0316920045&amp;rft.place=Boston&amp;rft.pub=Little%2C+Brown+and+Company" style="display:none">&nbsp;</span></li>
<li>David Foster Wallace: <i>Infinite Jest</i>. Back Bay Books, New York 2016, ISBN 978-0-316-06652-5 (Mit einem Vorwort von Tom Bissell).</li>
<li>David Foster Wallace: <cite style="font-style:italic">Unendlicher Spaß</cite>. 3. Auflage. Kiepenheuer &amp; Witsch, Köln 2009, ISBN 978-3-462-04112-5 (amerikanisches Englisch: <cite class="lang" lang="en-US" dir="auto" style="font-style:italic">Infinite Jest</cite>. Übersetzt von <a href="Ulrich_Blumenbach" title="Ulrich Blumenbach">Ulrich Blumenbach</a>).<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Abook&amp;rfr_id=info:sid/de.wikipedia.org:Unendlicher+Spa%C3%9F&amp;rft.au=David+Foster+Wallace&amp;rft.btitle=Unendlicher+Spa%C3%9F&amp;rft.date=2009&amp;rft.edition=3.&amp;rft.genre=book&amp;rft.isbn=9783462041125&amp;rft.place=K%C3%B6ln&amp;rft.pub=Kiepenheuer+%26+Witsch" style="display:none">&nbsp;</span></li>
<li>David Foster Wallace: <cite style="font-style:italic">Unendlicher Spaß</cite>. 7. Auflage. Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbek bei Hamburg 2011, ISBN 978-3-499-24957-0 (amerikanisches Englisch: <cite class="lang" lang="en-US" dir="auto" style="font-style:italic">Infinite Jest</cite>. Übersetzt von Ulrich Blumenbach).<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Abook&amp;rfr_id=info:sid/de.wikipedia.org:Unendlicher+Spa%C3%9F&amp;rft.au=David+Foster+Wallace&amp;rft.btitle=Unendlicher+Spa%C3%9F&amp;rft.date=2011&amp;rft.edition=7.&amp;rft.genre=book&amp;rft.isbn=9783499249570&amp;rft.place=Reinbek+bei+Hamburg&amp;rft.pub=Rowohlt+Taschenbuch+Verlag" style="display:none">&nbsp;</span></li>
<li>David Foster Wallace: <i>Unendlicher Spaß</i>. Aus dem Englischen von Ulrich Blumenbach. Kiepenheuer &amp; Witsch eBook, Köln 2011, ISBN 978-3-462-30537-1 (E-Book auf Tolino-Reader).</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Hörbuch"><span id="H.C3.B6rbuch"></span>Hörbuch</h3></div>
<ul><li><i>Unendlicher Spaß. Ein Hörbuch als Ereignis</i>. Live-Mitschnitt mit <a href="Harald_Schmidt" title="Harald Schmidt">Harald Schmidt</a>, <a href="Maria_Schrader" title="Maria Schrader">Maria Schrader</a>, <a href="Manfred_Zapatka" title="Manfred Zapatka">Manfred Zapatka</a> und <a href="Joachim_Kr%C3%B3l" title="Joachim Król">Joachim Król</a>, 2 CDs, Der Hörverlag, München 2010.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Sekundärliteratur"><span id="Sekund.C3.A4rliteratur"></span>Sekundärliteratur</h3></div>
<ul><li>Marshall Boswell: <i>Understanding David Foster Wallace</i>. University of South Carolina Press, Columbia 2009, ISBN 978-1-57003-887-7.</li>
<li>Stephen J. Burn: <i>David Foster Wallace's Infinite Jest: A Reader’s Guide</i>. 2. Auflage. Bloomsbury Academic, London/New York 2012, ISBN 978-1-4411-5707-2.</li>
<li>Greg Carlisle: <i>Elegant Complexity: A Study of David Foster Wallace’s Infinite Jest</i>. Sideshow Media Group, Los Angeles/Austin 2007, ISBN 978-0-9847790-4-8 (E-Book auf Kindle-Reader).</li>
<li>Ralph Clare: <i>The Cambridge Companion to David Foster Wallace</i>. Cambridge University Press, Cambridge/New York 2018, ISBN 978-1-108-45177-2.</li>
<li>Clare Hayes-Brady: <i>The Unspeakable Failures of David Foster Wallace</i>: Language, Identity, and Resistance. Bloomsbury Academic, New York/London 2017, ISBN 978-1-5013-3584-6.</li>
<li>David Foster Wallace: <i>The Last Interview and Other Conversations</i>. Melville House Publishing, Brooklyn NY/London 2018, ISBN 978-1-61219-741-8.</li>
<li>D. T. Max: <i>Every Love Story Is a Ghost Story: a Life of David Foster Wallace</i>. Penguin Books, New York 2013, ISBN 978-0-14-750972-7.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Lektürehilfe"><span id="Lekt.C3.BCrehilfe"></span>Lektürehilfe</h3></div>
<ul><li>Luke Hilton: <i>Book Analysis: Infinite Jest by David Foster Wallace</i>. Bright Summaries, o.&nbsp;O. 2019.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<ul><li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://infinitejest.wallacewiki.com/david-foster-wallace/index.php?title=Main_Page">Wiki</a> zu <i>Infinite Jest</i>.</li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.visualcomplexity.com/vc/project.cfm?id=889">Diagramm</a> aller Figuren des Romans und ihrer Beziehung zueinander.</li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://infiniteatlas.com/">Interaktive Karte</a> von <a href="Boston" title="Boston">Boston</a> mit Schauplätzen des Romans.</li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://infinitesummer.org/"><i>Infinite Summer</i></a> Leseprojekt zum Buch vom Sommer 2009.<sup id="cite_ref-139" class="reference"><a href="#cite_note-139"><span class="cite-bracket">[</span>139<span class="cite-bracket">]</span></a></sup></li>
<li><style data-mw-deduplicate="TemplateStyles:r261891140">
/* start https://de.wikipedia.org/ */


.mw-parser-output .webarchiv-memento a{color:inherit}


/* end https://de.wikipedia.org/ */
</style><a rel="nofollow" class="external text" href="https://web.archive.org/web/20130605163627/http://www.smallbytes.net/~bobkat/jesterlist.html"><i>Infinite Jest</i> Materialsammlung zum Roman.</a> (<span class="webarchiv-memento"><a href="Webarchivierung#Begrifflichkeiten" title="Webarchivierung">Memento</a></span> vom 5. Juni 2013 im <i><a href="Internet_Archive" title="Internet Archive">Internet Archive</a></i>)</li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.unendlicherspass.de/"><i>100 Tage Unendlicher Spaß</i></a> Begleitendes Weblog des Verlags Kiepenheuer &amp; Witsch zu <i>Unendlicher Spaß</i>.</li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.unendlichesspiel.de"><i>Unendliches Spiel</i></a> Hörfassung von <a href="Westdeutscher_Rundfunk_K%C3%B6ln" title="Westdeutscher Rundfunk Köln">WDR</a>, <a href="Bayerischer_Rundfunk" title="Bayerischer Rundfunk">BR</a>, <a href="Deutschlandfunk" title="Deutschlandfunk">Deutschlandfunk</a> u.&nbsp;a. von 2016.</li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.umagazine.de/artikel.php?ID=510062&amp;title=SCHUMMELN&amp;artist=Buch+EXTRA%3A+David+Foster+Wallace&amp;topic=popkultur"><i>Unendlicher Spaß in 30 Tagen</i></a> Netzprojekt der Zeitschrift <a href="UMag" title="UMag">uMag</a>: 30 kommentierte Zitate aus <i>Unendlicher Spaß</i>.</li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://norman.hrc.utexas.edu/fasearch/findingAid.cfm?eadid=00503">Harry Ransom Center</a> Archiv mit dem Nachlass von David Foster Wallace an der <a href="University_of_Texas_at_Austin" title="University of Texas at Austin">University of Texas at Austin</a>.</li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.thehowlingfantods.com/dfw/"><i>The Howling Fantods</i></a> Sammlung von Texten zu Werken von David Foster Wallace.</li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.dfwsociety.org/">The International David Foster Wallace Society</a></li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.openculture.com/2012/02/david_foster_wallace_the_big_uncut_interview_2003.html">Interview</a> des <a href="ZDF" title="ZDF">ZDF</a> mit David Foster Wallace von 2003</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise_und_Anmerkungen">Einzelnachweise und Anmerkungen</h2></div>
<div class="mw-references-wrap mw-references-columns"><ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text"> Vgl. „Alas, poor Yorick! I knew him, Horatio; a fellow of infinite jest…“ In: William Shakespeare: <i>Hamlet</i>. Akt V, Szene 1.</span>
</li>
<li id="cite_note-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-2">↑</a></span> <span class="reference-text">Chad Harbach: <i>David Foster Wallace!</i> In: n+1 (Literaturmagazin), Ausgabe 1, Sommer 2004. Online-Ausgabe, abgerufen am 25. Oktober 2019 (<a rel="nofollow" class="external text" href="https://nplusonemag.com/issue-1/reviews/david-foster-wallace/">online</a>).</span>
</li>
<li id="cite_note-3"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-3">↑</a></span> <span class="reference-text">Richard Kämmerlings: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/rezensionen/belletristik/david-foster-wallace-unendlicher-spass-medusa-in-der-selbsthilfegruppe-1842147.html"><i>Medusa in der Selbsthilfegruppe</i></a>. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22. August 2009, abgerufen am 8. September 2019.</span>
</li>
<li id="cite_note-4"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-4">↑</a></span> <span class="reference-text">Denis Scheck: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.welt.de/kultur/literarischewelt/article170494364/Ein-Roman-ueber-Sucht-Dieser-Roman-macht-suechtig.html"><i>Ein Roman über Sucht?</i></a> In: <a href="Die_Welt" title="Die Welt">Die Welt</a>, Schecks Kanon (33), 10. November 2017, abgerufen am 26. August 2019.</span>
</li>
<li id="cite_note-5"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-5">↑</a></span> <span class="reference-text">Tom Bissell: <i>Everything About Everything: David Foster Wallace’s ‘Infinite Jest’ at 20</i>. In: The New York Times, 1. Februar 2016. Online-Ausgabe, abgerufen am 1. November 2019. <a rel="nofollow" class="external autonumber" href="https://www.nytimes.com/2016/02/07/books/review/everything-about-everything-david-foster-wallaces-infinite-jest-at-20.html">[1]</a> Der Text ist auch das Vorwort in der „Infinite Jest“-Ausgabe von 2016.</span>
</li>
<li id="cite_note-6"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-6">↑</a></span> <span class="reference-text">Lev Grossmann: <i>Infinite Jest.</i> In: All-TIME 100 Novels, Time, 7. Januar 2010. <a rel="nofollow" class="external text" href="http://entertainment.time.com/2005/10/16/all-time-100-novels/slide/infinite-jest-1996-by-david-foster-wallace/">Online-Ausgabe</a>, abgerufen am 25. Oktober 2019.</span>
</li>
<li id="cite_note-7"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-7">↑</a></span> <span class="reference-text">in der Filmparodie Mario Incandenzas: David Foster Wallace: <i>Unendlicher Spaß</i>. Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbek bei Hamburg, 2011, S. 638.</span>
</li>
<li id="cite_note-8"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-8">↑</a></span> <span class="reference-text">David Foster Wallace: <i>Unendlicher Spaß</i>. Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbek bei Hamburg, 2011, S. 554.</span>
</li>
<li id="cite_note-9"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-9">↑</a></span> <span class="reference-text">Ein Schlüssel für die Datierung der Ereignisse sind die Überschriften „Montag, 9. November“ und „Mittwoch, 11. November“ (David Foster Wallace: <i>Unendlicher Spaß</i>. Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbek bei Hamburg, 2011, S. 793, 798), die sich auf den Kalender 2009 beziehen.</span>
</li>
<li id="cite_note-10"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-10">↑</a></span> <span class="reference-text">David Foster Wallace: <i>Unendlicher Spaß</i>. Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbek bei Hamburg, 2011, S. 120.</span>
</li>
<li id="cite_note-11"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-11">↑</a></span> <span class="reference-text">Der Begriff der „Assassins“ verweist auf die <a href="Assassinen" title="Assassinen">Assassinen</a>, eine ismailitische Sekte, aber auch auf die selbstmörderischen Anarchistenattentäter des 19. Jahrhunderts. Es sind potenzielle Märtyrer in Kampf gegen die supranationale, von den USA beherrschte Organisation O.N.A.N. Sie haben ihren Mut bei gesellschaftlich regelwidrigen Wettkämpfen (beim „jeu du prochain train“) vor fahrenden Eisenbahnzügen bewiesen, derentwegen sie sich die Beine amputieren lassen mussten, während sich Probanden des Spaßfilms die Zehen amputieren lassen, um den suchterzeugenden Film noch einmal sehen zu dürfen, und sich die Tennismatches zwar nach gesellschaftlich akzeptierten Regeln vollziehen, aber die Teilnehmer in die Sucht treiben.</span>
</li>
<li id="cite_note-12"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-12">↑</a></span> <span class="reference-text">David Foster Wallace: <i>Unendlicher Spaß</i>. Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbek bei Hamburg, 2011, S. 1515.</span>
</li>
<li id="cite_note-13"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-13">↑</a></span> <span class="reference-text">David Foster Wallace: <i>Unendlicher Spaß</i>. Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbek bei Hamburg, 2011, S. 622.</span>
</li>
<li id="cite_note-14"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-14">↑</a></span> <span class="reference-text">Der Autor erklärte in einem Interview, dass er einen ihm gut bekannten <a href="Brighton_(Boston)" title="Brighton (Boston)">Bostoner Stadtteil</a>, die Gegend um Allston-Brighton-Newton, als Vorlage für Enfield benutzte. Kunal Jasty: A Lost 1996 Interview with David Foster Wallace, 21 December 2014https://medium.com/@kunaljasty/a-lost-1996-interview-with-david-foster-wallace-63987d93c2c</span>
</li>
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<li id="cite_note-17"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-17">↑</a></span> <span class="reference-text">David Foster Wallace: <i>Unendlicher Spaß</i>. Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbek bei Hamburg, 2011, S. 157 ff.</span>
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<li id="cite_note-18"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-18">↑</a></span> <span class="reference-text">David Foster Wallace: <i>Unendlicher Spaß</i>. Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbek bei Hamburg, 2011, S. 92 ff.</span>
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<li id="cite_note-19"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-19">↑</a></span> <span class="reference-text">falls es nicht seine und Gatelys Fieberphantasien sind: David Foster Wallace: <i>Unendlicher Spaß</i>. Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbek bei Hamburg, 2011, S. 27, 1342.</span>
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<li id="cite_note-20"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-20">↑</a></span> <span class="reference-text">David Foster Wallace: <i>Unendlicher Spaß</i>. Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbek bei Hamburg, 2011, S. 776.</span>
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<li id="cite_note-21"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-21">↑</a></span> <span class="reference-text">David Foster Wallace: <i>Unendlicher Spaß</i>. Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbek bei Hamburg, 2011, S. 771 ff.</span>
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<li id="cite_note-38"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-38">↑</a></span> <span class="reference-text">Stephen J. Burn: <i>David Foster Wallace's Infinite Jest: A Reader’s Guide.</i> 2. Auflage. Bloomsbury Academic, London/New York 2012, ISBN 978-1-4411-5707-2, S.&nbsp;35.</span>
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<li id="cite_note-39"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-39">↑</a></span> <span class="reference-text">Die Überschriften „Montag, 9. November“ und „Mittwoch, 11. November“,(David Foster Wallace: <i>Unendlicher Spaß</i>. Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbek bei Hamburg, 2011, S. 793, 798) beziehen sich auf den Kalender 2009. Außerdem: David Foster Wallace: <i>Unendlicher Spaß</i>. 7. Auflage. Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbek bei Hamburg 2011, S.&nbsp;321 sowie Endnoten 24 und 60.</span>
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<li id="cite_note-40"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-40">↑</a></span> <span class="reference-text">Stephen J. Burn: <i>David Foster Wallace's Infinite Jest: A Reader’s Guide.</i> 2. Auflage. Bloomsbury Academic, London/New York 2012, ISBN 978-1-4411-5707-2, S.&nbsp;50ff.</span>
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</style><span class="dewiki-iconexternal"><a class="external text" href="https://redirecter.toolforge.org/?url=http%3A%2F%2Finfinitewinter.org%2Fmichael-pietsch-interview%2F">Originals</a></span> vom 22. Januar 2021 im <i><a href="Internet_Archive" title="Internet Archive">Internet Archive</a></i>) <small class="archiv-bot"><span class="wp_boppel noviewer" aria-hidden="true" role="presentation"><span typeof="mw:File"><span title="i"></span></span></span>&nbsp;<b>Info:</b> Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</small><span style="display:none"><a rel="nofollow" class="external text" href="http://IABotmemento.invalid/http://infinitewinter.org/michael-pietsch-interview/">@1</a></span><span style="display:none"><a rel="nofollow" class="external text" href="http://infinitewinter.org/michael-pietsch-interview/">@2</a></span><span style="display:none">Vorlage:Webachiv/IABot/infinitewinter.org</span>. In: <i>Infinite Winter</i>, 6. April 2016. Online-Forum, abgerufen am 17. Oktober 2019.</span>
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